Seit dem 24. Februar ist der kubanische Dissident Guillermo Fariñas im Hungerstreik. Der 48-jährige Psychologe entschloss sich zu diesem drastischen Schritt, nachdem ihm die Teilnahme an der Trauerfeier für Orlando Zapata verwehrt worden war. Zapata war am 23. Februar nach 85 Tagen im Hungerstreik gestorben.


Zapatas Mutter warf den kubanischen Behörden vor, ihren Sohn viel zu spät aus dem Gefängnis, in dem Zapata inhaftiert war, in ein Krankenhaus gebracht zu haben. Zapata war 2003 zusammen mit 75 anderen Dissidenten wegen „Störung der öffentlichen Ordnung“ zu 18 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Nach weiteren Verfahren während seiner Haftzeit erhöhte sich seine Strafe auf 25 Jahre.

Fariñas, der mittlerweile auf einer Intensivstation in einem Krankenhaus seiner Heimatstadt Santa Clara liegt, will mit seinem Protest die Freilassung von 26 schwer kranken Dissidenten erreichen, die seit 2003 in Haft sind. „Für meinen Sohn macht der Hungertod Sinn“, sagte Fariñas Mutter Alicia Hernández im Gespräch mit Morgenpost Online (siehe Video).

Der Zustand des 48-Jährigen wird als kritisch bezeichnet. Ende März zog er sich im Krankenhaus eine Infektion zu, von der er sich aber erholt hat. Trotzdem ist Fariñas extrem geschwächt – dieser Hungerstreik ist sein 23. Das Angebot der spanischen Botschaft in Havanna, ihn nach Spanien auszufliegen, lehnte Fariñas bisher ab. „Ich werde meinen Streik bis zu letzten Konsequenz durchhalten“, ließ er verlauten.

Präsident Raúl Castro hat es abgelehnt, auf die Forderungen Fariñas einzugehen. „Zögerlichkeit ist ein Synonym für das Wort Niederlage“, sagte er in Havanna. Mittlerweile sind weitere Regimegegner in den Hungerstreik getreten.