Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) und Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) sind sich Medienberichten zufolge in Teilen über das Energiekonzept der Bundesregierung einig. So würden beide für den Ausbau der erneuerbaren Energien in Deutschland drei Milliarden Euro jährlich veranschlagen, berichtete die „Stuttgarter Zeitung“. Wie diese Summe finanziert werden soll, sei aber noch offen.

Nach einem Bericht des „Spiegel“ wollen Röttgen und Brüderle für den Klimaschutz Hausbesitzer stärker fördern, wenn sie ihre Ölheizungen durch umweltfreundliche Heizungen ersetzen. Außerdem solle es staatliche Bürgschaften geben, um Investitionen in Offshore-Windparks abzusichern sowie eine weitere Beschleunigung der Planungs- und Genehmigungsprozesse für Stromleitungen und Wasserkraftwerke.

Eine Sprecherin des Bundeswirtschaftsministeriums wollte die Berichte auf Anfrage nicht kommentieren. Derzeit säßen die Fachpolitiker von Wirtschafts- und Umweltministerium zusammen, um das Gutachten zu den Folgen für längere Atomkraftwerk-Laufzeiten zu besprechen, sagte sie lediglich. Das Bundesumweltministerium war zunächst nicht für eine Stellungnahme erreichbar.


Das von der Bundesregierung in Auftrag gegebene Gutachten zu den Folgen längerer Laufzeiten von Atomkraftwerken empfiehlt Medienberichten zufolge eine Verlängerung zwischen zwölf und zwanzig Jahren. Wie die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ berichtete, kommt das Gutachten zu dem Schluss, dass so für Klima und Volkswirtschaft die besten Effekte zu erzielen seien.

So würden für Privathaushalte demnach die Strompreise bei zwölf Jahren Verlängerung um vier Prozent fallen, bei zwanzig Jahren um sieben Prozent. Die Treibhausgasemissionen würden zwischen zehn und 16 Prozent reduziert, berichteten auch „Stuttgarter Zeitung“ und „Focus“.

Die Bundesregierung hatte das Gutachten zu den Szenarien von Laufzeitverlängerungen am Freitag übergeben bekommen. Die schwarz-gelbe Regierung will die Akw-Laufzeiten verlängern, hat sich aber noch nicht auf einen Zeitraum festgelegt.

dpa/AFP/jm