In der Bundeswehr leisten nach Informationen der „Thüringer Allgemeine“ überdurchschnittlich viele Soldatinnen und Soldaten aus den neuen Ländern Auslandsdienst.
Das schlage sich auch in den Opferzahlen in Afghanistan nieder, berichtete die Zeitung.
Nach ihren Angaben schnellte im vergangenen Jahr der Ost-Anteil der Soldaten im Auslandseinsatz auf 49 Prozent, 2008 sei nur ein Drittel der 5836 Bundeswehrsoldaten in Auslandseinsätzen aus den neuen Ländern gekommen.
Zum Vergleich: Ostdeutsche machen etwa 20 Prozent der Gesamtbevölkerung aus. Bis 2009 waren demnach 13 der 35 Afghanistan-Toten Soldaten aus den neuen Ländern.
Der Historiker Michael Wolffsohn sprach von einer „Ossifizierung“ der Bundeswehr.
Dies hänge eng mit der ökonomischen Situation in Ostdeutschland zusammen, sagte der Wissenschaftler von der Bundeswehr-Universität München.
Nach seinen Worten entwickelt sich die deutsche Armee zu einer „Unterschichtenarmee":
„Die lebensgefährlichen, tödlichen Dienstleistungen sind den Unterschichten vorbehalten. Ich halte das für einen Skandal“.
Dass junge Ostdeutsche länger in der Bundeswehr dienen wollen, sieht der FDP-Abgeordnete Rainer Stinner als Zeichen für die Attraktivität des Arbeitgebers Bundeswehr. „Die steigt, wenn andere Möglichkeiten nicht gegeben sind. Das ist nichts Schlechtes“, sagte er.
AFP/jm





