Mit einer Großkundgebung am Brandenburger Tor ist die SPD in den Schlussspurt ihres Bundestagswahlkampfs gestartet. Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier sagte vor mehreren tausend Zuschauern, das Rennen sei wieder offen, weil die SPD in Umfragen dazugewonnen habe. „Wer aufholen kann, der kann auch überholen“, sagte der Vizekanzler. „Dieses Land kann mehr. Deshalb stehe ich hier. Ich bin bereit.“

Steinmeier stellte fest, die Union werde von Tag zu Tag nervöser und beweise weder Mut noch Moral. Zusammen mit der FDP verteile sie schon vor dem Wahltag Regierungsposten. Ihr Vorsprung schmelze aber von Tag zu Tag. Seit dem Fernsehduell kämpfe die SPD mit Rückenwind. Er erwarte daher eine stärkere SPD als in den Umfragen. „Hochmut kommt vor dem Fall. Es gibt keine Mehrheit für soviel politische Arroganz“, sagte der Außenminister.

Dass die Wirtschaftskrise bislang keine Schneise der Verwüstung in Deutschland geschlagen habe, sei allein das Verdienst der SPD, die unter anderem für Konjunkturprogramme und für verlängerte Kurzarbeit gekämpft habe. Die Union habe hingegen keine eigenen Ideen und Konzepte vorgelegt, kritisierte Steinmeier.

Der Außenminister warnte, ein Zurück zu Schwarz-Gelb stehe für Steuergeschenke für Reiche sowie eine Rückkehr zu Gier und Maßlosigkeit in der Wirtschaft. Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit, sagte: „Die SPD gibt nicht auf, sie kämpft.“

Nach SPD-Schätzungen versammelten sich rund 10.000 Menschen im Zentrum Berlins. Der offizielle Abschluss des SPD-Wahlkampfs mit rund 100 Terminen seit Ende August findet am Samstag in Dresden statt.

AP/dpa/mos