Gesundheitspolitiker der schwarz-gelben Koalition wollen die Zahl der Organspenden in Deutschland erhöhen. Der Patientenbeauftragte der Bundesregierung, Wolfgang Zöller (CSU), kündigte am Montag in Berlin einen Vorstoß zur Änderung des Transplantationsgesetzes an, damit größere Krankenhäuser mehr mögliche Organspender melden. Jährlich müssten 1000 Menschen sterben, weil kein geeignetes Organ zur Transplantation vorhanden sei, erklärten Zöller und die gesundheitspolitische Sprecherin der FDP, Ulrike Flach, sowie der Obmann im Gesundheitsausschuss Rolf Koschorrek (CDU).

Zöller und seine Mitstreiter wollen alle Krankenhäuser ab 100 Betten und mit einer Intensivstation mit Beatmungsplätzen verpflichten, einen Transplantationsbeauftragten zu ernennen. Er soll für seine Aufgabe teilweise freigestellt und vergütet werden. Bisher haben etwa dreiviertel der Kliniken auf freiwilliger Basis Beauftragte ernannt. Diese haben aber zu wenig Zeit und erhalten auch keine finanziellen Zuschläge.

Die Debatte kommt an dem Tag wieder auf, an dem der Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion Frank-Walter Steinmeier erklärte hat, eine Arbeitspause einzulegen, um seiner schwer kranken Frau Elke Büdenbender eine Niere zu spenden. Mehrere Politikerkollegen, darunter auch Bundeskanzlerin Angela Merkel und FDP-Außenminister Guido Westerwelle drückten ihre Hochachtung für Steinmeier aus und wünschten ihm und seiner Frau alles Gute.

Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) würdigte hat die geplante Organspende von Steinmeier für als vorbildhaft gewürdigt. Damit trage Steinmeier dazu bei, „das Thema stärker in die Gesellschaft zu tragen“, sagte Rösler. Er betonte, der Schritt des SPD-Politikers habe ihn menschlich sehr berührt. „Was könnte die Liebe zu einem nahestehenden Menschen stärker zeigen als diese Entscheidung“, sagte Rösler.

Anders als bei dem SPD-Fraktionsvorsitzenden Frank Walter Steinmeier, der seiner Frau eine Niere spenden will, geht es bei der Erhöhung der Organspenden um Transplantationen nach dem Tod eines Spenders. In Deutschland wurden im vergangenen Jahr 4.050 Spenderorgane von 1.217 Verstorbenen verpflanzt.

EPD/dpa/sh