Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) hat den Wehrbeauftragten Hellmut Königshaus (FDP) ermahnt, bei seiner Kritik an der Ausrüstung der Bundeswehr nicht über die Strenge zu schlagen. Er sei für jeden Hinweis dankbar, „wenn man dabei gleichzeitig das Maß behält“, sagte Guttenberg der „Süddeutschen Zeitung“.
Königshaus hatte die Ausstattung der Bundeswehr in Afghanistan zuvor als „Drama“ bezeichnet. Guttenberg sagte dazu, der Wehrbeauftragte habe nicht zum ersten Mal „falsch gelegen“. Damit spielte er auf die Forderung des FDP-Politikers an, „Leopard“- Kampfpanzer nach Afghanistan zu schicken. Dafür hatte der Wehrbeauftragte scharfe Kritik sogar von Bundeskanzlerin Angela Merkel einstecken müssen, die ihm Inkompetenz vorwarf.
"Das ist alles ein Drama"
Guttenberg widersprach Königshaus in wesentlichen Punkten. Von Munitionsmangel könne keine Rede sein, sagte er. „Die Truppe hat derzeit noch Munition für ein knappes Jahr, und die Bestände werden verstärkt aufgefüllt.“ Gespart werde nur beim Übungsschießen.
Der Vorwurf, die Bundeswehr könne keine Sanitätsfahrzeuge vom Typ „Dingo II“ einsetzen, weil die Stehhöhe in dem Fahrzeug nicht den Normen entspreche, geht nach Auffassung Guttenbergs ebenfalls am Thema vorbei. „Der Dingo II ist nicht zwingend die bessere Lösung für Afghanistan“, sagte er. Stattdessen werde der „Fuchs“ eingesetzt, der sich vom Schutzgrad her bewährt habe.
Guttenberg warf Königshaus vor, Verbesserungen bei der Ausrüstung außer Acht zu lassen. „Wir verwenden im Einsatz deutlich mehr geschützte Fahrzeuge – auch im Bereich des Sanitätsdienstes“, sagte er. Und beim „Fuchs“-Panzer seien sogenannte Krähennester nachgerüstet worden, um Maschinengewehrschützen auf dem Dach vor Splittern und Kugeln zu schützen.
dpa/jm





