In Afghanistan sind bei Kämpfen zwischen Soldaten der internationalen Schutztruppe Isaf und Taliban-Kämpfern erneut Zivilisten ums Leben gekommen. Wie die Nato-Truppe Isaf am Samstag mitteilte, wurden bei einem Einsatz in der Provinz Farah im Westen des Landes eine Frau und zwei Kinder „versehentlich getötet“.
Afghanische und internationale Soldaten hätten einen ausländischen Unterstützer der radikalislamischen Taliban verfolgt, der die Aufständischen unter anderem mit „Waffen aus dem Iran“ versorgt habe. Dabei seien sechs Aufständische getötet und mehrere weitere festgenommen worden. Die Zivilisten wurden demnach getötet, als Koalitionstruppen die Taliban-Kämpfer unter Beschuss nahmen.
Bei einem Luftangriff der Nato-geführten Friedenstruppe in der Provinz Jowzjan im Norden des Landes wurden am Samstag ebenfalls irrtümlich vier afghanische Polizisten getötet. Weitere 13 Polizisten wurden verletzt, als Kampfflieger der Nato eine Polizeieinheit mit Taliban verwechselt hatten. Nach Darstellung der Polizei lieferten sich die Sicherheitskräfte zu diesem Zeitpunkt ein Gefecht mit den Aufständischen. Auch die Nato-Führung in Kabul bestätigte den „irrtümlichen Angriff“, der Zwischenfall solle jetzt genauer untersucht werden.
Bei Kämpfen im Süden des Landes wurden nach Angaben der Nato innerhalb von 24 Stunden zudem insgesamt fünf Soldaten getötet. Am Freitag kamen demnach zwei australische Soldaten auf Patrouille bei einer Bombenexplosion ums Leben, ein dritter starb bei einem „Angriff durch Aufständische“.
Am Samstag kamen nach Angaben der Nato zwei weitere Soldaten durch Angriffe und die Explosion eines Sprengsatzes ums Leben. Basierend auf Zählungen der unabhängigen Website icasualties.org wurden damit in diesem Jahr bislang 446 ausländische Soldaten in Afghanistan getötet.
AFP/dpa/ks





