Anschläge und Angriffe der Aufständischen in Afghanistan haben zu einer dramatischen Zunahme von zivilen Opfern geführt. Betroffen sind immer mehr Kinder, wie die Mission der Vereinten Nationen in Afghanistan (Unama) in Kabul mitteilte. Dagegen habe die Zahl der bei Militäroperationen getöteten oder verletzten Zivilisten deutlich abgenommen.

Im ersten Halbjahr 2010 sei die Zahl der getöteten und verletzten Zivilisten verglichen mit dem Vorjahreszeitraum um insgesamt 31 Prozent gestiegen, berichtete Unama. Unter den Opfern von Taliban-Gewalttaten seien 55 Prozent mehr Kinder als im ersten Halbjahr 2009.

Bis Ende Juni hätten Aufständische oder ausländische und einheimische Sicherheitskräfte insgesamt 1271 Zivilisten getötet, weitere 1997 seien verletzt worden, heißt es im Unama-Halbjahresbericht zum „Schutz von Zivilisten im bewaffneten Konflikt“.

Aufständische wie die radikal-islamischen Taliban seien für 76 Prozent dieser Fälle verantwortlich. Die Zahl der Opfer der Rebellen stieg demnach im Vergleich zum ersten Halbjahr um 53 Prozent, die Zahl der getöteten Kinder um 55 Prozent.

Ausländische und einheimische Sicherheitskräfte haben den Angaben zufolge zwölf Prozent der zivilen Opfer zu verantworten. In absoluten Zahlen sei es ein Minus von 30 Prozent verglichen mit dem Vorjahreszeitraum, teilte Unama weiter mit. Die fehlenden zwölf Prozent wurden keiner der Konfliktparteien zugeordnet.

„Afghanische Kinder und Frauen tragen immer stärker die Hauptlast des Konflikts“, warnte der UN-Sondergesandte für Afghanistan, Staffan de Mistura. „Sie werden in ihren Häusern und Dörfern mehr als je zuvor getötet und verletzt.“

dpa/AFP/cn