Afghanistans Staatschef Hamid Karsai hat das umstrittene Dekret zur Auflösung aller privaten Sicherheitsfirmen in seinem Land unterzeichnet. Binnen vier Monaten müssten alle derartigen Unternehmen ihre Arbeit einstellen, erklärte der Präsident. Dies gelte sowohl für ausländische als auch afghanische Sicherheitsfirmen.

In Afghanistan sind mehr als 50 private Sicherheitsfirmen mit insgesamt bis zu 40.000 bewaffneten Mitarbeitern tätig. Auch das US-Verteidigungsministerium hat in Afghanistan solche Firmen unter Vertrag, ebenso wie die UN, ausländische Botschaften, Medien und Hilfsorganisationen.

Das bisweilen martialische Auftreten der Sicherheitsfirmen sorgt immer wieder für Unmut in der Bevölkerung. Die USA sehen eine schnelle Auflösung der Sicherheitsfirmen kritisch.

Die Sicherheitslage im Land bleibt angespannt. Bei zwei Sprengstoffanschlägen wurden drei Soldaten der Nato-Truppe Isaf getötet. Zwei der Soldaten seien im Osten des Landes getötet worden, teilte die Isaf in Kabul mit. Bei einem weiteren Angriff im Westen des Landes sei ein Soldat getötet worden. Wie üblich machte die Isaf keine Angaben zur Nationalität der getöteten Soldaten.

Basierend auf Zählungen der unabhängigen Website icasualties.org wurden damit in diesem Jahr bislang 436 ausländische Soldaten in Afghanistan getötet, im bislang blutigsten Jahr 2009 waren es insgesamt 520. In Afghanistan sind derzeit fast 150.000 Soldaten der internationalen Truppen stationiert.

Bei zwei weiteren Sprengstoffanschlägen wurden in Afghanistan zudem sieben Zivilisten getötet. Ein auf einem Motorrad versteckter ferngezündeter Sprengsatz auf einer Brücke der Stadt Ghasni im Süden des Landes tötete zwei Insassen eines Fahrzeugs und verletzte fünf weitere, darunter zwei Kinder, wie die Polizei mitteilte.

Der Anschlag hatte offenbar einem Polizeikonvoi gegolten, der die Brücke wenig später passieren sollte. Der Sprengsatz ging aber zu früh hoch. Der Bombenleger wurde verletzt und von der Polizei festgenommen.

Bei einem ähnlichen Anschlag wurden bereits am Montagabend in der westafghanischen Provinz Herat Behördenangaben zufolge fünf Zivilisten getötet und zwei weitere verletzt. Unter den Toten waren drei Frauen und ein Kind. Die Behörden beschuldigten die Taliban, hinter den Angriffen zu stehen.

AFP/cn