US-General David Petraeus hat offiziell das Oberkommando über die Nato-Truppen in Afghanistan übernommen. Während einer Zeremonie im Hauptquartier der Bündnistruppen in Kabul wurde er in das Amt eingeführt.

Vor afghanischen Soldaten, Vertretern der Zivilgesellschaft und Diplomaten warb der mit einem Kampfanzug bekleidete Petraeus erneut um einen gemeinsamen Kraftakt gegen radikalislamische Rebellen. „Wir müssen der al-Qaida und ihrem Netzwerk aus verbündeten Extremisten zeigen, dass sie sich in Afghanistan keine sicheren Zufluchtsorte aufbauen können, von denen sie Angriffe verüben können“, sagte er. "Wir sind hier, um zu siegen"

Petraeus befindet sich seit Freitagabend in der afghanischen Hauptstadt Kabul. Dort rief bereits vor seiner Amtseinführung zur Einigkeit im Kampf gegen die Taliban auf. Zivilisten und Soldaten müssten gemeinsam alles unternehmen, um den seit neun Jahren währenden Konflikt zu beenden.

Zuvor hatte er gefordert, die rund 120.000 Soldaten der Afghanistan-Schutztruppe Isaf müssten „mit allen Mitteln“ geschützt werden. Er habe die Absicht, sowohl zivile Opfer zu vermeiden als auch sicherzustellen, „dass unsere Soldaten und unsere Verbündeten mit allen Mitteln unterstützt werden, wenn sie Schwierigkeiten haben“, so Petraeus. Zugleich will der 57-Jährige am Abzugstermin der amerikanischen Truppen festhalten, der in einem Jahr beginnen soll.

Der Vier-Sterne-General befehligt sämtliche ausländischen Soldaten am Hindukusch. Er folgt auf seinen Landsmann Stanley McChrystal, der wegen abfälliger Äußerungen über die US-Regierung entlassen worden war.

Petraeus war zuletzt Chef des US-Zentralkommandos, dem die Einsätze der Armee im Nahen Osten und in Zentralasien obliegen. Von 2007 bis 2008 war er Kommandeur des US-Einsatzes im Irak, den er nach Einschätzung vieler Politiker in Washington durch einen Strategiewechsel vor dem Scheitern bewahrte.

dpa/AFP/cn