Bagdad

Anschlag auf irakische Armee – mindestens 59 Tote

Über 50 Tote, mehr als 100 Verletzte: Die blutige Bilanz eines Selbstmordattentats auf ein Rekrutierungsbüro der irakischen Armee.

Das Video konnte nicht gefunden werden.

In Bagdad sprengt ein Selbstmordattentäter sich vor einem Rekrutierungsbüro in die Luft und tötet mindestens 39 Menschen.

Video: Reuters
Beschreibung anzeigen

Bei einem Selbstmordanschlag auf ein Rekrutierungsbüro der irakischen Armee in der Hauptstadt Bagdad sind am Dienstag mindestens 59 Menschen ums Leben gekommen. Mehr als einhundert Menschen seien bei der Attacke verletzt worden, teilten das Innen- und das Verteidigungsministerium in Bagdad mit.

Die Mehrheit der Opfer seien Rekruten, unter den Toten befänden sich aber auch Soldaten. Der Selbstmordattentäter zündete den Angaben zufolge gegen 07.30 Uhr Ortszeit eine Sprengstoffweste, nachdem er sich in die Schlange vor dem Rekrutierungsbüro im Viertel Baab el Muatham im Zentrum der Hauptstadt gestellt hatte. Ein Rekrut, der mit dem Leben davonkam, sagte, er könne nicht verstehen, wie der Attentäter unerkannt die Sicherheitskontrollen passieren konnte. Nach der Explosion seien Überlebende in alle Richtungen geflohen, Soldaten hätten in die Luft geschossen.

Das Selbstmordattentat in Bagdad ist der bislang blutigste Einzelanschlag im Irak in diesem Jahr. Erst Mitte Juli waren in Radwanija mindestens 45 Menschen bei einem Anschlag getötet worden. In der 25 Kilometer südlich von Bagdad gelegenen Stadt hatte sich ein Attentäter inmitten von Mitgliedern der Sahwa-Miliz, die an der Seite der US-Truppen und der irakischen Armee gegen das Terrornetzwerk al-Qaida kämpft, in die Luft gesprengt.

Die Gewalt im Irak hatte zuletzt wieder zugenommen. Bis Ende August wollen die USA ihre Kampftruppen aus dem Irak vollständig abziehen. Nur 50.000 US-Soldaten sollen danach im Land bleiben, um sich an der Ausbildung der irakischen Armee zu beteiligen. Irakische und US-Vertreter warnen davor, dass Aufständische ein Machtvakuum für vermehrte Anschläge nutzen könnten.

Ein weiterer Grund zur Sorge ist die seit den Parlamentswahlen Anfang März andauernde politische Hängepartei im Irak. Weder das Bündnis Irakija des früheren Ministerpräsidenten Ijad Allawi noch die Rechtsstaatsallianz von Regierungschef Nuri el Maliki hatten eine ausreichende Mehrheit erreicht. Die komplizierten Koalitionsverhandlungen führten bislang zu keinem Ergebnis.

Neueste Politik Videos

Neueste Politik Videos

Beschreibung anzeigen