Großbritannien

Anti-Terror-Chef tritt nach Foto-Panne zurück

Foto: Screenshot Morgenpost Online

Lapsus mit Folgen: Der britische Anti-Terror-Chef lief mit streng geheimen Dokumenten unter dem Arm in aller Öffentlichkeit herum. Und so lichteten Fotografen Details über eine laufende Anti-Terror-Überwachung ab. Die Folgen: Der Scotland-Yard-Mann trat zurück. Und die Fahnder mussten blitzschnell handeln.

Aufgrund einer Sicherheitspanne ist der amtierende Anti-Terror-Chef von Scotland Yard, Bob Quick, von seinem Amt zurückgetreten. Das teilte der Londoner Bürgermeister Boris Johnson mit.


Er habe den Rücktritt widerstrebend und mit Bedauern angenommen, sagte Johnson. Großbritanniens oberster Terror-Fahnder war am Mittwoch von Pressefotografen abgelichtet worden, wie er geheime Papiere über eine laufende Anti-Terror-Überwachung gut lesbar unter dem Arm trug.


Pressefotografen hatten Quick mit unverhüllten Dokumenten unter dem Arm abgelichtet, als er sich auf dem Weg zu Premierminister Gordon Brown und Innenministerin Jacqui Smith für Gespräche über eine Polizeireform befand. Eines der Papiere hatte den Vermerk "geheim" und enthielt sichtbare Angaben über eine laufende Anti-Terror-Überwachung sowie Namen von Ermittlern. Laut Polizei hat sich Quick für die Panne entschuldigt.


Zu erkennen waren dabei auch Angaben über geplante Festnahmen. Wegen des Fotos mussten Terrorfahnder eilig Razzien einleiten, bei denen zwölf Verdächtige festgenommen worden waren, die Kontakte zur Terrororganisation al-Qaida haben sollen.


In Manchester, Liverpool und anderen Städten seien mehrere Wohnungen durchsucht worden, teilte die Polizei des Großraums Manchester mit. Nach einem Bericht des Senders BBC soll es sich bei den Festgenommenen um Pakistaner handeln.


Zu den Hintergründen des Polizeieinsatzes unter anderem in Manchester und Liverpool wollten die Ermittler zunächst nichts sagen. Die Männer sollen in Pakistan geboren sein und über Studenten-Visa verfügen. Die Polizei fasste die Männer an insgesamt acht verschiedenen Orten, unter anderem vor der Liverpooler Universität und einem Internet-Café in Manchester.


In Großbritannien wird die Terrorgefahr seit knapp zwei Jahren als "ernst" eingestuft. Das bedeutet, dass Terroranschläge in der Zukunft sehr wahrscheinlich sind, aber nicht unmittelbar bevorstehen.

( dpa/AP/fsl )