Wikileaks-Enthüllungen

Karsai ruft zum Kampf außerhalb Afghanistans auf

Der Kampf gegen den Terrorismus spiele sich nicht in afghanischen Dörfern ab, so Karsai. Er spielt offenbar auf die Rolle Pakistans an.

Foto: dpa

Afghanistans Präsident Hamid Karsai hat den Westen zur Zerschlagung von Terrorstützpunkten außerhalb seines Landes aufgefordert. „Es ist Zeit, für unsere internationalen Alliierten zu verstehen, dass sich der Krieg gegen den Terrorismus nicht in den Dörfern und Häusern Afghanistans abspielt“, sagte Karsai in Kabul. Vielmehr müsse der Kampf in den „Zentren der Finanzierung“ und in den „Terrorcamps“ außerhalb Afghanistans ausgetragen werden.

Karsai spielte damit auf die Veröffentlichung geheimer US-Dokumente zum Afghanistan-Einsatz durch die Internetplattform Wikileaks an. In den Dokumenten wird etwa Pakistans Geheimdienst Isi beschuldigt, die radikalislamischen Taliban seit 2004 finanziert und mit Waffenlieferungen unterstützt zu haben. „Ob wir in der Lage sind, diese Rückzugsorte zu zerstören, ist ein anderes Thema“, sagte Karsai. „Aber unsere internationalen Verbündeten haben diese Fähigkeit. Die Frage ist: Warum tun sie es dann nicht?“

Pakistan selbst wies den Vorwurf einer Unterstützung der Islamisten in der Vergangenheit stets zurück und kritisierte die im Zuge der Wikileaks-Veröffentlichung erhobenen Vorwürfe gegen seinen Geheimdienst als unbewiesen.

Neueste Politik Videos

Neueste Politik Videos

Beschreibung anzeigen