Gewerkschaften

Bsirske für 80 Prozent Steuer auf Managergehälter

Ver.di-Chef Frank Bsirske hat Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann aufgefordert, eine „Kultur der Maßlosigkeit" zu beenden. Es dürfe nicht sein, dass die Bürger die Zeche zahlen müssten für das „Spekulationsfieber" von Managern, die mit goldenen Handschlägen und Millionenabfindungen verabschiedet würde, sagte Bsirske.

Foto: dpa

Ver.di-Chef Frank Bsirske hat die Bundesregierung nachdrücklich aufgefordert, die Verursacher der Wirtschafts- und Finanzkrise stärker bei deren Bewältigung zur Kasse zu bitten. „Es muss beispielsweise damit Schluss gemacht werden, dass Unternehmen die Vorstandsbezüge von der Steuer absetzen können“, sagte Bsirske.

Wenn die Managerbezüge dann immer noch nicht sänken, sei es an der Zeit, sie stärker zu besteuern. Bsirske schlug vor, sie „sie zu 80 Prozent zu besteuern, so wie das in den 1930er Jahren in den USA der Fall gewesen ist“.

Auch mit Blick auf Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann forderte der ver.di-Chef, eine „Kultur der Maßlosigkeit“ zu beenden. Ackermann hatte von Renditezielen von 25 Prozent gesprochen. Es dürfe nicht sein, dass die Bürger die Zeche zahlen müssten für das „Spekulationsfieber“ von Managern, die mit goldenen Handschlägen und Millionenabfindungen verabschiedet würden. Die große Koalition will die geplanten neuen Regeln für Manager verschärfen.

Die Warnungen vor möglichen gesellschaftlichen Folgen der Wirtschaftskrise sollten nach Ansicht von Bsirske nicht als Panikmache abgetan werden. Die Äußerungen von DGB-Chef Michael Sommer und der SPD-Kandidatin für das Bundespräsidentenamt, Gesine Schwan, seien noch „relativ zurückhaltend“ gewesen. Beide waren teils heftig für ihre Aussagen kritisiert worden. „Man sollte nicht den Boten köpfen, der die Nachricht überbringt, sondern sich den Problemen selbst zuwenden“, forderte Bsirske.

Der ver.di-Chef sprach nicht wie Sommer von möglichen „sozialen Unruhen“. Seiner Meinung nach sei es aber „ziemlich klar“, dass die Menschen nicht einfach zusähen, wie Ungerechtigkeiten in der Gesellschaft überhand nähmen. Die Bereitschaft, an Aktionen teilzunehmen, werde dann mit Sicherheit steigen und den Druck auf die Politik erhöhen, mehr gegen die Krise zu tun.

Bsirske erneuerte seine Forderung nach einem dritten Konjunkturpaket in Höhe von 100 Milliarden Euro. Die bisher ergriffenen Maßnahmen reichten nicht aus. Sie setzten zu spät ein und seien zum Teil auch widersprüchlich. „Wir haben es mit einer ganz anderen Dimension von Krise zu tun, als sie im Januar erwartet worden war“, sagte der ver.di-Chef. „Da liegt es doch nahe, dass jetzt verstärkt gegengesteuert werden muss.“

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