Auftritt in Nashville

Palin will Obama-Kritiker zur Revolution führen

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Uwe Schmitt

Foto: REUTERS

Mit harschen Angriffen auf US-Präsident Obama hat Sarah Palin die Herzen der rechtskonservativen Regierungskritker erobert. Auf einem Kongress der Tea-Party-Bewegung schwor sie, sie werde „für das amerikanische Volk leben und sterben". Das Land sei reif für eine neue Revolution.

Mit dem Schlachtruf „Amerika ist reif für eine neue Revolution“ und beißender Kritik an Präsident Obama hat sich Sarah Palin auf einem Kongress Tea-Party-Bewegung an die Spitze der rechten außerparlamentarischen Opposition in den USA gesetzt.

Die frühere Gouverneurin von Alaska riss einen Hotelballsaal mit rund 1000 Aktivisten in Nashville am Samstagabend zu Ovationen hin, als sie der Regierung vorwarf, sie ruiniere Amerika mit „weniger Sicherheit, mehr Schulden, unter dem Daumen des Großen Staats“. Die „wunderschöne“ Sammelbewegung der „Tea Party“-Gruppen, so Palin unter dem Jubel der Geschmeichelten, zwinge beide Parteien in Washington, sich gerechtem Volkszorn zu stellen.

Die drei wichtigsten Nachrichten-Kabelsender übertrugen die 45 Minuten währende Rede Palins live und spiegelten so die wachsende Bedeutung der Tea Party wie ihrer Schutzpatronin.

Die 46-jährige Palin, die der Präsidentschaftskandidat der Republikaner John McCain im Spätsommer 2008 aus dem Nichts an seine Seite zog, bekleidet kein öffentliches Amt und macht mehr mit Facebook-Zwischenrufen und horrenden Vortragshonoraren von sich reden.

Der Kongress in Nashville, zu dem die „Tea Party Nation“ gegen einen Eintritt von rund 500 Dollar eingeladen hatte, war innerhalb der Bewegung nicht zuletzt wegen „elitärer Preise“ (darunter angeblich 100.000 Dollar für Palin) umstritten und wurde von einigen Gruppen boykottiert.

Die Bewegung ist nicht geeint, aber sie hat genug Kraft, bei den Zwischenwahlen zum Kongress im November vor allem moderaten Republikanern gefährlich zu werden. Keine Hand rührte sich für John McCain, als Palin ihn in ihrer Rede in Nashville erwähnte.

Ihre Anhänger sehen Palin nach der nächsten Präsidentschaftswahl 2012 im Weißen Haus. Unter etablierten Republikanern gilt die Frau, die in Nashville „fette Eliten“ geißelte, als gefährlich und opportunistisch.

In Umfragen polarisiert Sarah Palin; sieben von zehn Wählern der Demokraten können sie nicht ausstehen, ebenso viele Republikaner mögen sie. Seit sie mit ihren Memoiren Millionen verdiente, hat sie etwas mehr Mühe, sich zur Anwältin der kleinen Leute auszurufen.

Sie beanspruche keine Führungsrolle in der „Tea Party“, sagte sie, es gehe ihr nur um die Menschen: „Ich werde helfen, wie ich nur kann; ich werde für das amerikanische Volk leben und sterben.“

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