Bei einem Selbstmordanschlag in der afghanischen Hauptstadt Kabul sind zahlreiche Menschen getötet worden, darunter auch Soldaten der Internationalen Schutztruppe Isaf. Sechs Nato-Soldaten kamen ums Leben, wie das Bündnis mitteilte. Mehrere Soldaten seien verletzt worden. Laut afghanischem Innenministerium starben auch zwölf Zivilisten. Unter den Opfern sollen nach Angaben eines Ministeriumssprechers Frauen und Kinder sein.

Ein afghanischer Armeeoffizier am Anschlagsort hatte zuvor gesagt, 20 Menschen seien bei der Detonation der Autobombe ums Leben gekommen, darunter acht US-Soldaten. Rettungskräften sprachen sogar von mehr als 20 Toten.

Der italienische Botschafter in Afghanistan, Claudio Glaentzer, sagte, das Attentat habe einem Konvoi der US-Armee gegolten. Das afghanische Fernsehen zeigte Bilder von US-Soldaten und afghanischen Polizisten, die am Anschlagsort einen Kleinbus inspizierten.

Der Sprecher der Isaf, der deutsche Brigadegeneral Josef Blotz, sagte, zu dem Anschlag sei es in der Nähe des Militärcamps Julien in Kabul gekommen, in dem die Akademie zur Aufstandsbekämpfung untergebracht ist, sagte der General. Die „Counterinsurgency Academy“ wurde von der US-Armee gegründet. In dem Camp seien amerikanische und afghanische Soldaten untergebracht.

Zu dem Anschlag bekannten sich nach Angaben der Nachrichtenagentur AFP die radikalislamischen Taliban. Das Ziel des Selbstmordattentäters seien die „Invasoren der Nato“ gewesen, sagte demnach Taliban-Sprecher Sabihullah Mudschahid am Telefon.

In den vergangenen Monaten griffen Taliban-Kämpfer vermehrt die afghanische Hauptstadt an. Ende Februar starben bei einem Anschlag in Kabul 16 Menschen, darunter sieben Inder, ein Franzose und ein Italiener.

Am 29. Mai soll in Kabul eine sogenannte Friedens-Dschirga beginnen. Auf der dreitägigen Ratsversammlung will sich Präsident Hamid Karsai breite Unterstützung der Bevölkerung für seinen Versöhnungskurs mit den Taliban sichern. Die Aufständischen machen allerdings den Abzug aller ausländischen Truppen zur Voraussetzung für Gespräche, was Karsai strikt ablehnt.

dpa/AFP/cn