Nach dem Rücktritt von Bürgermeister Ole von Beust (CDU) steht mit Innensenator Christoph Ahlhaus ein junger Kronprinz bereit. Der 40 Jahre alte Politiker hat bisher allerdings nie öffentlich einen Anspruch auf das höchste Regierungsamt in der zweitgrößten Stadt Deutschlands erhoben.
Auch zu den sich seit Wochen verdichtenden Spekulationen über Beusts angebliche Amtsmüdigkeit war von dem gelernten Bankkaufmann mit juristischem Staatsexamen nichts zu hören. Eine Strategie, die sich als erfolgreich erweisen könnte. Denn Sozialsenator Dietrich Wersich (CDU), der seine Bereitschaft zu Beusts Nachfolge jüngst in einem Zeitungsinterview kundtat, zog sich umgehend den Zorn der Partei zu.
Der in Heidelberg geborene Ahlhaus kam zwar jung zur Politik – in der CDU ist er seit 1985 -, rückte aber erst vor gut zwei Jahren zum Senator auf. Zuvor hatte er zwei Jahre lang unter dem in der Hansestadt sehr beliebten Innensenator Udo Nagel (parteilos) in der Behörde gedient. Bei der Bildung der ersten schwarz-grünen Koalition auf Landesebene musste Nagel für Ahlhaus weichen. An die Beliebtheitswerte seines Vorgängers aus Bayern kommt der 40-Jährige in Umfragen aber bei weitem nicht heran.
Der Vorsitzende des einflussreichen CDU-Kreisverbands Nord wurde in seinen Jahren als innenpolitischer Sprecher der CDU- Bürgerschaftsfraktion (2004 bis 2006) und auch noch als Staatsrat häufig als Hardliner wahrgenommen. Diesen Eindruck verwischte der verheiratete Politiker als Senator aber erfolgreich. Seitdem sind diplomatischere Äußerungen von Ahlhaus zu hören – auch als Vorsitzender der Innenministerkonferenz. So mauserte sich der auch körperlich nicht zu übersehende Senator in kurzer Zeit zum politischen Schwergewicht in der Hansestadt.
dpa/ws



