Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) hat seine persönliche Wertschätzung für den stark in der Kritik stehenden Nato-Oberbefehlshaber in Afghanistan, Stanley McChrystal, betont. „Ich schätze General McChrystal außerordentlich, wir arbeiten exzellent mit ihm zusammen“, sagte Guttenberg im ARD-Morgenmagazin.
„Er ist ein Garant für die neue Strategie in Afghanistan.“ Guttenberg verwies auf den „sehr harten Sommer“, in dem wegen der anstehenden Wahlen neue blutige Zwischenfälle zu befürchten seien. „Deswegen ist es wichtig, dass wir auch Stabilität innerhalb der Nato-Strukturen haben.“
Eine mögliche Ablösung McChrystals von seinem Amt wollte Guttenberg nicht kommentieren. „Das ist eine amerikanische Entscheidung, die ich als solche noch nicht kenne“, sagte er. „Aber ich schätze ihn persönlich ungemein“, fügte der Bundesverteidigungsminister hinzu.
Der afghanische Präsident Hamid Karsai warnte explizit vor einer Entlassung McChrystals. Dies wäre bei der Lösung des Konflikts „nicht hilfreich“, sagte Karsais Sprecher in Kabul.
Nach Angaben aus Kabul beriet Karsai sich in einer Video-Konferenz mit US-Präsident Barack Obama, dabei sprach er McChrystal sein Vertrauen aus. Sprecher Waheed Omar sagte, der afghanische Präsident sehe in McChrystal einen „Partner des Vertrauens“ und „eine der wichtigsten Figuren“ der Partnerschaft mit den USA und ihren Verbündeten. „Wir glauben, dass er seine Mission in Afghanistan fortführen wird“, sagte Omar.
Obama hat McChrystal für Mittwoch ins Weiße Haus bestellt. Ein Sprecher des US-Präsidenten hatte zuvor mitgeteilt, Obama sei „wütend“ und schließe auch eine Ablösung des hochdekorierten Generals nicht aus.
Das US-Musikmagazin „Rolling Stone“ hatte den General mit scharfer Kritik an Vizepräsident Joe Biden und am US-Botschafter in Kabul, Karl Eikenberry, zitiert. Ein enger Berater des Generals wurde zudem mit der Einschätzung angeführt, dass McChrystal wenig von Obamas Afghanistan-Politik halte.
Obama sagte dazu nach einer Kabinettssitzung am Dienstag vor Journalisten, es sei „eindeutig“, dass der Artikel und McChrystals Berater ein „schlechtes Urteilsvermögen zeigen“. Vor einer „endgültigen Entscheidung“ wolle er jedoch mit dem General persönlich reden.
Nach Bekanntwerden des Artikels am Montag hatte sich McChrystal umgehend entschuldigt: „Das war ein Fehler, der schlechtes Urteilsvermögen zeigt und der nie hätte passieren dürfen“, sagte er.
AFP/cn





