Präsidentenwahl

Rot-Grün wirbt mit Hölderlin für Gauck

SPD-Fraktionschef Steinmeier und Grüne-Vorsitzende Özdemir fordern die Bundesversammlung auf, die "politische Lagerlogik" zu vergessen.

In einem Gastbeitrag für die "Welt am Sonntag“ haben sich der SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier und der Grünen-Vorsitzende Cem Özdemir an alle Mitglieder der Bundesversammlung gewandt. „Wir appellieren an die Mitglieder der Bundesversammlung, am 30. Juni nicht die Kategorien von Sieg und Niederlage und von politischer Lagerlogik zur Grundlage ihrer Wahlentscheidung zu machen“, heißt es darin wörtlich.

Özdemir und Steinmeier werben mit einem Hölderlin-Zitat für Joachim Gauck: „Komm! Ins Offene, Freund!“ Es gehe nicht darum, einen Sieg von Joachim Gauck in eine Niederlage von Schwarz-Gelb zu verwandeln, heißt es weiter. „Joachim Gauck wäre ein Bundespräsident jenseits der politischen Lager.“

Die beiden Politiker werfen der Koalition in der „Welt am Sonntag“ vor, die Wahl zu instrumentalisieren. „Eine politische Stabilisierung muss die Koalition aus eigener Kraft im politischen Alltag bewerkstelligen. Die Wahl des deutschen Staatsoberhaupts ist dafür kein geeignetes Instrument.“

Joachim Gauck sei eine Persönlichkeit, die in schwierigen Zeiten mit eindrucksvollen Worten erklären könne, dass Freiheit, Rechtsstaat und Demokratie in Deutschland auch in Zeiten wirtschaftlicher Krisen unverhandelbar bleiben müssten.

Explizit wenden sich Steinmeier und Özdemir an die Delegierten der Linkspartei. Sie zeigen sich erstaunt über die „reflexartige Ablehnung“ des Kandidaten Gauck durch weite Teile der Linken.

„Wir setzen auf die Nachdenklichen in den Reihen dieser Partei, die über alte Fronten hinauskommen wollen“, so Steinmeier und Özdemir. Sie selbst beschreiben die Gespräche und Diskussionen mit Gauck als „befreiend, ermutigend und zum Teil auch berührend“.

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