Die SPD hat die schwarz-gelbe Koalition aufgefordert, die geplante Verkürzung des Wehrdienstes auf sechs Monate von der Tagesordnung des Bundestags zu nehmen. „Das muss vom Tisch“, sagte der verteidigungspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Rainer Arnold, dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ vom Montag. „Die Verkürzung des Wehrdienstes in diesem Schweinsgalopp durchzuziehen, ist abenteuerlich.“

Dies gelte umso mehr, als Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg mittlerweile über eine komplette Aussetzung der Wehrpflicht nachdenke. Nach der vom Kabinett im Mai beschlossenen Verkürzung des bisher neunmonatigen Wehrdienstes sollen pro Jahr künftig 50.000 junge Männer einberufen werden, 10.000 mehr als bisher. Allerdings strebt das Bundesfinanzministerium in der laufenden Sparklausur Regierungskreisen zufolge Einschnitte von 600 Millionen Euro im kommenden Jahr und 1,1 Milliarden Euro für 2012 im Verteidigungsetat an.

Weil dafür insgesamt 40 000 Stellen für Berufs- und Zeitsoldaten gestrichen werden sollten, habe Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg vorgeschlagen, die Wehrpflicht auszusetzen. Hintergrund seien Mahnungen der Militärs, dass sonst keine Wehrgerechtigkeit mehr hergestellt werden könne. Die Vorstellungen des CSU-Politikers stoßen aber vor allem in den Unionsparteien auf Widerstand.

Reuters/sk