Neuer Bundespräsident

Mehrheit der Berliner würde Gauck wählen

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Joachim Gauck - Der rot-grüne Kandidat

Wenn das Wort das Machtmittel des Bundespräsidenten ist, dann ist der frühere DDR-Bürgerrechtler für das Amt des Staatsoberhauptes bestens geeignet. SPD und Grüne haben Gauck für das Amt vorgeschlagen. Für sie ist er eine Respektsperson über Parteigrenzen hinweg.

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Die Berliner würden sich mehrheitlich für Joachim Gauck entscheiden, wenn sie bei der Kür des Bundespräsidenten am 30. Juni mitentscheiden dürften. Das ergab eine Infratest dimap-Umfrage im Auftrag der Berliner Morgenpost.

Im Berlin-Trend der Berliner Morgenpost und der RBB Abendschau sprachen sich 47 Prozent für den früheren Leiter der Stasi-Unterlagenbehörde Joachim Gauck als künftigen Bundespräsident aus. Damit bekäme allerdings der Kandidat der rot-grünen Opposition in Berlin keine absolute Mehrheit gegen den Kandidaten des schwarz-gelben Lagers, Christian Wulff. 31 Prozent halten den CDU-Ministerpräsidenten von Niedersachsen für das bessere Staatsoberhaupt. 15 Prozent sagten, sie würden für keinen der beiden stimmen, sieben Prozent konnten keine Angaben machen.

Für den Berlin-Trend befragte Infratest dimap vom 4. bis 7. Juni 1001 wahlberechtigte Berliner.

Christian Wulf schneidet bei den jungen Berlinern und bei den Frauen deutlich besser ab als im Durchschnitt aller Befragten. In den Altersgruppen der 18- bis 24-Jährigen und unter den 25- bis 34-Jährigen liegt der 51 Jahre alte Wulff vor dem 70 Jahre alten Gauck. Dieser wiederum führt deutlich in den älteren Altersgruppen. Unter den weiblichen Wählerinnen ist der Rückstand des CDU-Politikers mit 34 zu 45 Prozent deutlich kleiner als bei den Männern mit 29 zu 50 Prozent.

Unter den Wählern der CDU in Berlin würden 35 Prozent den rot-grünen Kandidaten Gauck wählen, 59 Prozent halten es mit dem Personalvorschlag der Kanzlerin und würden Wulff bevorzugen. Aber ein noch größerer Anteil der sozialdemokratischen Sympathisanten würde für den Niedersachsen stimmen. 36 Prozent der SPD-Wähler stimmen für Wulff, 52 Prozent für Gauck. Die FDP-Wähler sprechen sich hingegen zu 89 Prozent für Gauck aus, nur elf Prozent halten zum schwarz-gelben Kandidaten Wulff. Gauck hätte auch im Lager der Linken eine Mehrheit, 57 Prozent stimmten hier für den Stasi-Aufklärer, sieben Prozent für Wulff. Aber jeder dritte Linken-Wähler sagte, er würde für keinen der Kandidaten votieren, wenn er die Wahl dazu hätte. Die Grünen-Anhänger sind am ehesten für den Personalvorschlag ihrer Partei zu haben. 61 Prozent würden für Gauck stimmen, 22 Prozent für Wulff.

Das neue Staatsoberhaupt wird am 30. Juni in Berlin von der Bundesversammlung gewählt.

( BMO )

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