Carla Bruni-Sarkozy scheint derzeit die Einzige im Elysée-Palast zu sein, die kühlen Kopf bewahrt.
Hinter den Gerüchten, die über sie und ihren Mann kursierten, erkenne sie keine „Verschwörung“, sagte sie dem Radiosender Europe 1. Sie entkräftete damit die kühnen Vermutungen, die Berater ihres Mannes geäußert hatten, es gebe ein internationales „Komplott“, um Frankreich zu „destabilisieren“.
Die Gerüchte, sie befinde sich in einer akuten Ehekrise, seien zwar „unerfreulich“, hätten aber „keinerlei Bedeutung“, sagte Bruni. Was ihren Mann beschäftige, sei einzig und allein Frankreich. Mit dem Überraschungsauftritt versuchte die Première Dame die bizarre Posse zu beenden, die vor einem Monat als der neueste Pariser Klatsch begann und sich inzwischen über den Umweg eines politischen Rachefeldzugs gegen die ehemalige Justizministerin Rachida Dati zu einer Staatsaffäre mit Geheimdienstbeteiligung entwickelt hat.
Ob Carla Brunis Einsatz als Feuerwehrfrau Erfolg haben wird, ist allerdings fraglich. Denn sie behauptete in dem Interview auch, es habe keine polizeiliche Untersuchung gegeben, um die Quelle der Gerüchte zu ermitteln: „Das ist unvorstellbar“, sagte Bruni.
Doch noch am Mittwochabend widersprach Bernard Squarcini, Chef des Inlandsgeheimdienstes Direction Centrale du Renseignement Intérieur (DCRI), der Präsidentengattin. Seine Behörde habe in der Tat eine Datenspurensicherung durchgeführt, um in den Computernetzen die Quelle der Fabel zu finden. Die Untersuchung, so der Geheimdienstchef, habe allerdings nie auf Rachida Dati gezielt.
Auch Bruni nahm Dati in Schutz. Die Anschuldigung, sie habe die Gerüchte verbreitet, sei selbst ein Gerücht, so Bruni. Rachida Dati sei nach wie vor „eine Freundin“. Dati selbst hatte in den vergangenen Tagen mehrfach entschieden bestritten, die präsidiale Ehekrise erfunden zu haben.







