Die allgemeine Wehrpflicht soll auf sechs Monate verkürzt werden. Das berichten die Nachrichtenagenturen dpa und AFP übereinstimmend. Dabei handelt es sich offenbar um einen Kompromiss zwischen Union und FDP. Die Wehrpflicht dauert derzeit noch neun Monate. Die neue Regelung soll zum 1. Januar 2011 in Kraft treten.
Der Pflichtdienst solle künftig so gegliedert werden: Drei Monate Grundausbildung, zwei Monate Spezialausbildung und einen Monat Fachdienst. Grundsätzlich sollen die Wehrdienstleistenden einen Monat Urlaub haben.
Unklar ist noch, ob dieser Monat in die Dauer des Wehrdienstes einbezogen wird. Dann würde der Wehrdienst formal insgesamt sieben Monate, die reine Ausbildung aber sechs Monate dauern.
Damit haben die künftigen Koalitionäre einen Kompromiss geschlossen. Während CDU/CSU auch in Zukunft an der Wehrpflicht festhalten wollten, forderte die FDP bisher nämlich ein schnellstmögliches Ende des Wehrdienstes und den Umbau der Bundeswehr zu einer Freiwilligenarmee. Im FDP-Wahlprogramm heißt es, die Wehrpflicht sei nicht mehr zu begründen. Sie müsse schnellstens ausgesetzt werden.
FDP-Chef Guido Westerwelle hatte im Juli in einem Zeitungsinterview gesagt, die Wehrpflicht habe ihre Verdienste, sei aber „eine Sache von gestern“. Sie sei überflüssig und ungerecht. Derzeit würden nur rund 15 Prozent der Männer eines Jahrgangs eingezogen.
AFP/dpa/cn





