In der thailändischen Hauptstadt Bangkok droht eine gewaltsame Konfrontation zwischen Demonstranten und Militär. Tausende teils bewaffnete Soldaten waren unterwegs, um die Regierungsgegner aus den Straßen zu vertreiben. Sie trommelten zur Einschüchterung mit Schlagstöcken lautstark auf ihre Schutzschilde, berichteten Augenzeugen.
Als Demonstranten versuchten, einen gekaperten Bus in die Menge der Soldaten zu steuern, fielen auch Schüsse. Ob die Soldaten nur in die Luft zielten, blieb zunächst unklar. Die Demonstranten trotzen dem verhängten Ausnahmezustand, der Zusammenkünfte von mehr als fünf Menschen verbietet, und fordern damit die Staatsgewalt offen heraus. Sie verlangen den Rücktritt von Ministerpräsident Abhisit Vejjajiva.
Das Auswärtige Amt in Berlin verschärfte seine Reisehinweise für Thailand wegen der Auseinandersetzungen zwischen Militärs und Regierungsgegnern verschärft.
"Von nicht notwendigen Reisen nach Bangkok sollte abgesehen werden", hieß es am Montag auf der Internetseite des Außenministeriums. Da weitere gewaltsame Auseinandersetzungen erwartet würden, werde dringend dazu geraten, Menschenansammlungen und Demonstrationen in Bangkok zu meiden.
Der Zugverkehr in Thailand von und nach Bangkok sei eingestellt worden. Während sich die Demonstrationen auf Nordthailand ausgeweitet hätten, blieben die Schwerpunktgebiete des Tourismus im Süden des Landes wie zum Beispiel Phuket bisher von Zwischenfällen unbeeinträchtigt, schrieb das Auswärtige Amt. Der Flugverkehr in Thailand, insbesondere über den außerhalb der Stadt gelegenen internationalen Bangkoker Flughafen, verlaufe bisher störungsfrei.
Die Regierung versuchte, ausländische Einwohner und Touristen mit einer auf Englisch verlesenen Erklärung im Fernsehen zu beruhigen. Die Armee sei dabei, strategische Einrichtungen und die Flughäfen zu sichern. Im vergangenen Jahr hatten Regierungsgegner die Flughäfen gestürmt, zehntausende Reisende saßen mehr als eine Woche fest. Damals waren Anhänger der heutigen Regierung auf der Straße, heute sind es Anhänger der Regierung, die Abhisit abgelöst hat.
Die Armee hatte am frühen Morgen einige hundert Demonstranten mit Tränengas und Warnschüssen von einem Verkehrsknotenpunkt vertrieben. Dabei wurden etwa 70 Menschen verletzt. Anschließend konzentrierte sich der Machtkampf auf das Regierungsviertel.
Ministerpräsident Abhisit Vejjajiva beschwor die Demonstranten in einer neuen Fernsehansprache, friedlich abzuziehen. „Wir werden uns dem Militär entgegenstellen“, sagte dagegen einer ihrer Anführer, Jakrapob Penkair, der BBC. Nur durch den Rücktritt Abhisits könne die Menge bewegt werden.
Die Demonstranten haben sich hinter Straßenblockaden verbarrikadiert. An mehreren Stellen wurden Gummireifen in Brand gesteckt. Die Demonstranten haben nach Angaben von Augenzeugen Wurfgeschosse gehortet, um näher rückende Soldaten anzugreifen.
Sie verstoßen mit ihrem Protest gegen die Bestimmungen des Ausnahmezustands. Danach sind Versammlungen von mehr als fünf Menschen verboten. Angefeuert werden sie von dem 2006 vom Militär gestürzten und flüchtigen Ministerpräsidenten Thaksin Shinawatra. Er rief sie in einer Botschaft aus dem Exil zu einem Volksaufstand auf.
dpa/tsch/fsl


























