Nobelpreis für Barack Obama

"Keiner hat mehr für den Frieden getan als er"

In Oslo hat US-Präsident Obama den Friedensnobelpreis entgegengenommen. Keine andere Persönlichkeit habe in den vergangenen 12 Monaten so viel für den Frieden auf der Welt getan wie Obama, sagte Chef-Juror Thorbjörn Jagland in der Laudatio. Zugleich sei der Preis für Obama ein Aufruf zum Handeln.

Obama werde für seinen außerordentlichen Einsatz für einen Welt ohne Atomwaffen ausgezeichnet, sagte der Chef-Juror Thorbjörn Jagland. Er habe die politische Stimmung in Richtung mehr Diplomatie und Völkerverständigung gewendet.

Die Geschichte sei voll von „verpassten Gelegenheiten“, verteidigte Jagland die entscheidung gegen Kritik. „Wir haben heute die Möglichkeit, die Ideen von Präsident Obama zu unterstützen.“ Der Friedensnobelpreis sei in diesem Jahr ein Aufruf zum Handeln, der „für uns alle“ gelte, sagt Jagland.

Die Auszeichnung sei auch vor dem Hintergrund der aktuellen Schwierigkeiten der Welt zu sehen. In diesem Zusammenhang habe „Präsident Obama das norwegische Nobel-Komitee perfekt verstanden“, sagte Jagland. Vom ersten Augenblick seiner Präsidentschaft an habe Obama versucht, ein kooperativeres Klima zu schaffen und die „Temperatur in der Welt abzusenken“. „Obama ist ein politischer Führer, der weiß, dass selbst die Mächtigsten verletzbar sind, wenn sie allein stehen.“

Viele hätten eingewandt, der Preis für Obama sei zu früh gekommen, räumte Jagland ein. „Aber die Geschichte erzählt uns viel von verpassten Gelegenheiten.“ Obama habe bereits viel erreicht. Keiner habe im vergangenen Jahr so viel für den freiden getan wie der US-Präsident, und dies sei das Kriterium, welches der Stifter des Preises, Alfred Nobel, für die Vergabe festgelegt habe. Obama nehme die Verantwortung der USA als Weltmacht für den Frieden war, weil er eine Politik der Freundschaft verfolge.

Die Rolle der Vereinten Nationen und anderer internationaler Organisationen sei gestärkt worden. „Folter ist verboten. Der Präsident tut, was er kann, um Guantánamo zu schließen.“

Ausdrücklich lobte Jagland Obamas bemühungen um einen Rückzug der Nato-Truppen aus Afghanistan un dfür den Klimaschutz. Der Kampf gegen den gewalttätigen Extremismus in Afghanistan basiere auf einer breiten internationalen Grundlage. Allerdings könnten die Probleme nur durch die Afghanen selbst gelöst werden. „Das ist die fundamentale Logik hinter der neuen Strategie des Präsidenten.“

Der Präsident habe außerdem konkrete Vorschläge zur Reduzierung der Treibhausgase auf den Tisch gelegt. Die Wahl Obamas sei deshalb keine schwierige Entscheidung gewesen, sagte Jagland. „Nur selten hat eine Person die internationale Politik im selben Ausmaß wie Obama dominiert, oder in so kurzer Zeit so viele große Veränderungen angestoßen.“

Es müsse möglich sein, den Friedensnobelpreis einem politischen Führer zu verleihen. Diese müssten aber in der Lage sein, über die engen Grenzen der Realpolitik hinaus zu denken. „Ansonsten wird Politik zum puren Zynismus.“

Das Nobelkomitee hatte im Oktober die Auszeichnung für den US-Präsidenten mit dessen „außergewöhnlichem Einsatz zur Stärkung der internationalen Diplomatie und der Zusammenarbeit zwischen den Völkern“ begründet. Hervorgehoben wurde insbesondere Obamas Vision einer Welt ohne Atomwaffen. Obama wird sich in einer Rede für die Auszeichnung bedanken. Er wird von seiner Frau Michelle begleitet.

Die Feierlichkeiten am Donnerstag werden von massiven Sicherheitsmaßnahmen geschützt, wie es sie in Norwegen noch nicht gegeben hat. Über 2000 Polizisten sind im Einsatz, darunter 200 US-Spezialagenten. Scharfschützen bewachen die Innenstadt, Hubschrauber sichern den Luftraum. Für den Abend sind zwei Demonstrationszüge von Friedensgruppen und Kriegsgegnern geplant.

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