Der scheidende Kommandeur der Bundeswehr im Norden Afghanistans beklagt gravierende Mängel bei der Stärke und der Ausrüstung seiner Truppe. So seien die für den Einsatz unverzichtbaren Hubschrauber „nur bedingt zur wirksamen Operationsunterstützung geeignet“, schrieb Brigadegeneral Jörg Vollmer in seinem aktuellen „Erfahrungsbericht Einsatz“, der dem Nachrichtenmagazin „Focus“ vorliegt. Von den 38 zwischen Januar und Juli ausgefallenen Fahrzeugen sei kein einziges ersetzt worden, berichtete die „Bild“-Zeitung.

Im schwierigsten Gebiet, der Region um die Stadt Kundus, sei mit der derzeitigen Zahl von Kampftruppen „die sofortige und raumgreifende Lageverbesserung in der gesamten Provinz Kundus nicht zu erreichen“. Das deutsche Kontingent brauche „mindestens eine zusätzliche Infanteriekompanie, um die Initiative wiederzuerlangen“.

Vollmers 155 Einzelpunkte umfassende Mängelliste decke sich zum Teil mit den Schwachpunkten, die bereits frühere deutsche Kommandeure ausgemacht hätten. So verlange der Brigadegeneral ebenso wie sein Vorgänger dringend weitere gepanzerte Fahrzeuge für den Einsatz.

.

Reuters/ddp/fas