Gas-Lieferstreit

Schröder verteidigt das Vorgehen von Gazprom

Ex-Kanzler Schröder hat für eine enge Partnerschaft mit Russland geworben. Für Europa liegen darin viele Chancen, sagte er in Potsdam. Auch in den USA müsse die gegen Russland gerichtete „Einkreisungspolitik" ein Ende haben. "Total in Ordnung" findet Schröder die Forderung Gazproms gegenüber der Ukraine.

Ex-Kanzler Gerhard Schröder (SPD) sieht in einer engen Partnerschaft mit Russland die Chance für Europa, den künftigen Energiebedarf sicher zu decken.


„Ich bin überzeugt, dass große Chancen in der Zusammenarbeit mit Russland liegen“, sagte Schröder bei einer Veranstaltung der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung am Dienstagabend in Potsdam vor rund 700 Zuhörern. Parallel dazu müssten die erneuerbaren Energien ausgebaut werden.


Schröder ist Aufsichtsratsvorsitzender des Unternehmens Nord Stream, das den Bau einer Ostsee-Pipeline für russisches Gas nach Deutschland plant. Derzeit würden rund 500 Milliarden Kubikmeter russisches Erdgas nach Europa gepumpt.


In absehbarer Zeit würden es zusätzlich 200 Milliarden Kubikmeter sein. Davon werde die Ostsee-Pipeline etwa 55 Milliarden abdecken können, die geplanten Leitungen South Stream und Nabucco etwa weitere 50 Milliarden.


Schröder verteidigte das Vorgehen des russischen Gasmonopolisten Gazprom im jüngsten Lieferstreit mit der Ukraine. Die Welthandelsorganisation WTO dränge Russland, Weltmarktpreise auch von inländischen Kunden zu verlangen.


Die Ukraine habe aber deutlich weniger zahlen wollen. Er finde die Forderung Gazproms darum „total in Ordnung“. Gazprom hält auch 51 Prozent der Anteile an Nord Stream.


Der frühere Bundeskanzler bezeichnete die Aussichten auf eine Verbesserung der internationalen Zusammenarbeit durch die Wahl von US-Präsident Barack Obama als gut. Die gegen Russland gerichtete „Einkreisungspolitik“ seines Vorgängers George W. Bush müsse ein Ende haben.


Besonders vor dem Hintergrund der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise sei internationale Zusammenarbeit nötig. Ziel müssten eine gemeinsame Sicherheitsarchitektur und vertrauensbildende Maßnahmen sein. „Ein Nato-Beitritt Georgiens und der Ukraine wäre das falsche Signal.“ Das gelte auch für das US-Raketensystem in Polen und Tschechien, das sicherlich nicht notwendig sei.

( dpa )

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