Hochschulen

Weniger Studienabbrecher dank Bachelor-System

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Foto: DM KR**FK** RH**FK** / AP

Seit der Einführung der neuen Abschlüsse Bachelor und Master verringert sich die Quote der Studienabbrecher. Nach Ansicht von Bildungsministerin Schavan hängt das mit den kürzeren Studienzeiten und einem höheren Praxisbezug zusammen. Bei einer bestimmten Gruppe von Studenten allerdings geht die Abbrecherquote nach oben.

Dank der neuen Bachelor-Studiengänge nimmt die Zahl der Abbrecher an deutschen Hochschulen ab – allerdings nicht an Fachhochschulen. Dies ist das Ergebnis einer Studie der Hochschul-Informations-System GmbH (HIS), die das Bundesbildungsministerium als Auftraggeber in Berlin veröffentlichte.

Die Studienabbruchquote an deutschen Universitäten ist danach von 24 Prozent im Absolventenjahrgang 2004 auf 20 Prozent im Absolventenjahrgang 2006 gesunken. „Dies ist ganz wesentlich auf die im Zuge der Bologna-Reformen eingeführten Bachelor-Studiengänge zurückzuführen“, schrieb das Ministerium. In Sozialwissenschaften sank die Abbrecherquote von 27 auf zehn, in Sprach- und Kulturwissenschaften von 43 Prozent auf 32 Prozent. In Agrar-, Forst- und Ernährungswissenschaften ging sie von 14 auf sieben Prozent zurück.


Bildungsministerin Annette Schavan kommentierte die Entwicklung mit den Worten: „Die Einführung von Bachelor-Studiengängen an den Hochschulen trägt zu einem höheren Studienerfolg bei. Die Gründe dafür sind: der stärkere Berufsbezug, die bessere Strukturierung des Studiums und kürzere Studienzeiten.“


In den Fächern Mathematik, Ingenieur- und Naturwissenschaften und Technik, den sogenannten „MINT“-Fächern, gebe es zwar eine recht hohe Abwanderungstendenz in andere Studienfächer. Dazu sei jedoch noch keine Differenzierung mit Blick auf den Bachelor möglich, erklärte das Ministerium. Die durchschnittlichen Studienzeiten haben sich laut HIS durch die Einführung des Bachelors aber verringert.

Die durchschnittliche Abbruchquote an Fachhochschulen hat dagegen von 17 Prozent im Absolventenjahrgang 2004 auf 22 Prozent im Jahrgang 2006 zugenommen – insbesondere in den Wirtschaftswissenschaften, Maschinenbau und Elektrotechnik. Als mögliche Ursachen werden hohe Leistungsanforderungen und schwierige Vereinbarkeit von Studium und Nebenerwerb angeführt. Schavan betonte, dass der Bund mit der Erhöhung des BAföG-Satzes, der Freibeträge und der Kinderpauschale „bereits einen wichtigen Beitrag“ zur Entschärfung des Problems geleistet habe. Nun seien die Hochschulen aufgerufen, „durch gute Betreuung und weitere Reformen die Abbruchquoten zu senken“.

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