Nach dem Debakel der Sozialdemokraten bei der Bundestagswahl gibt es in der Hessen-SPD Rufe nach einer größeren Rolle für die frühere Landesvorsitzende Andrea Ypsilanti. Die neue Parteispitze um den Vorsitzenden Thorsten Schäfer-Gümbel äußerte sich in Wiesbaden indes zurückhaltend zu dem Vorstoß. Die SPD berate intern über ihren Kurs, sagte Schäfer-Gümbel.
Bei der Bundestagswahl am Sonntag hatte die SPD in Hessen 25,6 Prozent der Stimmen erhalten – ein Minus von 10,1 Prozent.
Der Abgeordnete Reinhard Kahl forderte daraufhin der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ zufolge, Ypsilanti wegen ihres erfolgreichen Programms zur Landtagswahl 2008 wieder eine größere Rolle zu geben.
Ypsilanti war nach der Wahl zweimal mit dem Versuch gescheitert, eine von den Linken tolerierte rot-grüne Minderheitsregierung zu bilden. Mehrere Landtagsabgeordnete verweigerten ihr die Gefolgschaft, da Ypsilanti zuvor versprochen hatte, es werde keinerlei Kooperation mit der Linken geben.
Nach der gescheiterten Regierungsbildung zog die SPD statt mit Ypsilanti mit Schäfer-Gümbel in die Neuwahl im Januar 2009 – und musste eine klare Niederlage einstecken. Ypsilanti trat als Partei- und Fraktionsvorsitzende zurück. Zu ihrem Nachfolger wurde Schäfer-Gümbel gewählt.
Während des Parteitags, bei dem siech ihr Rückzug vollzog, sagte Ypsilanti, das für die Wahl im Jahr 2008 entworfene Programm der "sozialen Moderne" könne nach wie vor zukunftsweisend dafür sein, wie die SPD wieder Rückhalt gewinnen könne. Dafür werde sie weiter wirken. Sie stehe für ihre Überzeugungen und lasse sich nicht entmutigen.
dpa/cn




