Unter Berufung auf einen Regierungsvertreter berichtet die „Leipziger Volkszeitung“, dass die regierungsinternen Gespräche über ein deutsches Angebot zur Truppenaufstockung in Afghanistan wegen des Widerstands von Außenminister Guido Westerwelle zum Stillstand gekommen sind.
Der FDP-Chef und Vize-Kanzler habe es bereits bei zwei Gesprächsrunden des Afghanistan-Entscheidungskreises bei der Bundeskanzlerin abgelehnt, sein Ja zu einer Verstärkung der deutschen Kampfeinheiten in Afghanistan zu geben.
Gleichzeitig werde in Kreisen der Verteidigungspolitik nach einem Ausweg aus dieser momentanen Gesprächsblockade gesucht. Militärexperten der Bundeswehr erarbeiteten derzeit ein neues Ausbildungskonzept für afghanische Sicherheitskräfte. Danach werde geprüft, wie Ausbildungsfähigkeiten der Bundeswehr mit Kampffähigkeiten der Sicherheitskräfte in Afghanistan in Verbindung zu bringen seien.
Als denkbar gelte ein bisher von der Bundeswehr nicht praktiziertes Prinzip, wonach die Ausbildung im konkreten Einsatz außerhalb der Kasernengelände erfolgen könne.
Ende des Monats findet in London eine internationale Afghanistan-Konferenz statt. Die USA drängen ihre Verbündeten und damit auch Deutschland, dabei weitere Soldaten zuzusagen.
Zum umstrittenen Nato-Luftangriff bei Kundus schrieb derweil die „Bild“-Zeitung, die Aktion im September vergangenen Jahres sei entgegen der bisherigen Darstellung keine auf das deutsche Feldlager in Kundus beschränkte Aktion gewesen.
Vielmehr sei auch ein Offizier im Bundeswehr-Lager in Masar-i-Scharif beteiligt gewesen. Der als Verbindungsoffizier eingesetzte Oberstleutnant habe den Fliegerleitfeldwebel von Oberst Georg Klein telefonisch und per Mail mit „verfahrenstechnischen Hinweisen“ unterstützt, berichtete „Bild“ unter Berufung auf einen vertraulichen Bericht der Bundeswehr.
Dem Bericht zufolge war der Oberstleutnant nicht an den Entscheidungen beteiligt, er war allerdings über die „Absicht zum Waffeneinsatz“ informiert. Der Mann versah seinen Dienst laut „Bild“ im Gefechtsstand der „Task Force 47“, einer Einheit, die zur Hälfte aus Angehörigen des Kommando Spezialkräfte (KSK) bestehe.
Verteidigungsstaatssekretär Rüdiger Wolf erklärte den Angaben zufolge dazu: „An der Bewertung, dass es sich bei dem Luftangriff um keine Operation der Task Force 47 gehandelt hat, ändert sich nichts.
AFP/ddp/fas





