Energie

Guttenberg lässt neue Atomreaktoren erforschen

Das Bundeswirtschaftsministerium lässt die Sicherheit neuer Typen von Atomkraftwerken untersuchen. Hierzu hat das Ministerium von Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) Medienberichten zufolge einen dreijährigen Forschungsauftrag vergeben. Die Grünen werfen dem Minister "falsches Spiel" vor.

Obwohl der Neubau von Atomkraftwerken in Deutschland verboten ist, lässt das Bundeswirtschaftsministerium nach Informationen der „Financial Times Deutschland“ neueste Reaktortypen erforschen. Das Ministerium von Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) vergab der Zeitung zufolge einen Auftrag zur Untersuchung der Sicherheit von modernen Atommeilern. Die dreijährige Laufzeit dieses Projekts beginne unmittelbar nach der Bundestagswahl am 1. Oktober 2009.


Bei dem Vorhaben mit dem Titel „Entwicklung von Rechenmethoden zur Sicherheitsbewertung fortgeschrittener Reaktorkonzepte“ gehe es um die Bewertung der allerneuesten Meiler-Generation, die derzeit weltweit erprobt werde und auf der die Hoffnung der Kerntechnikbranche ruhe. Durchgeführt werde das 1,3 Millionen Euro teure Projekt von der Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit.


Grünen-Spitzenkandidatin Renate Künast kritisierte laut Zeitung: „Schwarz spielt beim Atom ein falsches Spiel. Der Unions-Bauplan für neue Atomkraftwerke nimmt immer konkretere Formen an.“ Erst in dieser Woche war bekannt geworden, dass ein Gutachten im Auftrag von Forschungsministerin Annette Schavan (CDU) den Neubau von Kernkraftwerken in Deutschland durchgespielt hatte. Die Wähler sollten davon offenbar nichts erfahren, sagte Künast.

Das Wirtschaftsministerium verteidigte die Forschung mit Steuergeldern. „Es geht darum, Kompetenz zu erhalten, schon allein um die Sicherheit von Anlagen im benachbarten Ausland bewerten zu können“, sagte ein Ministeriumssprecher laut Zeitung.

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