Gut eine Woche nach Beginn ihrer Blockade haben die Regierungsgegner in Thailand die beiden Flughäfen von Bangkok geräumt. Bei einer symbolischen Übergabe reichten sich der Chef der Betreibergesellschaft, Vudhibhandhu Vichairatana, und Vertreter der Protestbewegung die Hand.

Auf dem Suvarnabhumi-Flughafen ist erstmals wieder eine Passagiermaschine gelandet. Thai Airways brachte eine Maschine aus Phuket im Süden des Landes in die thailändische Hauptstadt. Kurz zuvor waren die letzten der zeitweise 10.000 Demonstranten abgezogen, die den Flughafen aus Protest gegen die Regierung seit vergangenenDienstag besetzt gehalten hatten.

Der Suvarnabhumi-Flughafen ist ein Drehkreuz in Asien mit mehr als 40 Millionen Passagieren im Jahr. 350.000 saßen Anfang der Woche wegen der Schließung inBangkok fest. Fluggesellschaften aus aller Welt versuchten, die Passagiere über andere Flughäfen auszufliegen. Doch reichte die Kapazität für den Ansturm bei weitem nicht aus.

Die Volksallianz für Demokratie (PAD) beschloss die Aufhebung der Flughafen-Blockade, nachdem Ministerpräsident Somchai Wongsawat zurückgetreten war. Das Verfassungsgericht hatte seine Partei der Volksmacht (PPP) und zwei ihrer Koalitionspartner wegen Wahlbetrugs aufgelöst. Somchai sowie 59 weitere Parteifunktionäre, darunter 24 Abgeordnete, dürfen sich dem Urteil zufolge fünf Jahre lang nicht politisch betätigen.

Das thailändische Parlament wird voraussichtlich Anfang kommender Woche einen neuen Regierungschef wählen. Er gehe davon aus, dass die Abgeordneten am Montag oder Dienstag kommender Woche bei einer außerordentlichen Sitzung den Nachfolger von Somchai Wongsawat bestimmen würden, sagte Übergangs-Ministerpräsident Chavarat Charnvirakul.

Einer Neuwahl des Parlaments erteilte Chavarat eine Absage. Im Parlament hat die bisherige Regierungskoalition aus fünf Parteien trotz des Berufsverbots für einige ihrer Mitglieder weiterhin eine komfortable Mehrheit. Die bisherigen PPP-Abgeordneten wollten sich nach dem Verbot ihrer Partei zunächst der Partei Pheu Thai (Für Thais) anschließen.

Beobachter erwarteten, dass die Mitglieder der verbotenen politischen Gruppierungen in Kürze neue Parteien gründen und dann eine neue Regierung bilden werden. Diese muss innerhalb von 30 Tagen vom Parlament bestätigt werden.

Ein PAD-Sprecher warnte, die Protestbewegung werde erneut auf die Straße gehen, falls eine neue Regierung den Kurs der alten fortsetze oder Verfassungsänderungen durchzusetzen versuche.

Die Regierungsgegner hatten monatelang gegen Somchai demonstriert, dem sie vorwarfen, eine Marionette des gestürzten Exregierungschefs Thaksin Shinawatra zu sein. Hinter dem politischen Streit steht der Konflikt zwischen den konservativen Eliten in Bangkok und der armen Landbevölkerung. Letztere hat stets die PPP unterstützt. Der PAD gehören dagegen überwiegend Konservative aus den gehobenen Schichten an, die unter Thaksin ebenso wie unter dessen Schwager Somchai um ihren Einfluss fürchteten.

AP/AFP/dpa/lk