Kommentar

Thailands politische Krise ist absurd

Was sich gerade in Thailand abspielt ist missverstandene Demokratie. Regierungsgegner wollen den Sturz einer demokratischen Regierung erzwingen – und riskieren damit ein neues Militärregime. Polizei und Armee sehen zu, der König ist stumm. Und das alles, weil einer Minderheit die Regierung nicht passt.

Thailands politische Krise scheint absurd: Regierungsgegner, die sich „Volksallianz für Demokratie“ nennen, wollen den Sturz einer demokratisch gewählten Regierung erzwingen.

Sie riskieren einen Putsch und ein neues Militärregime – nur, weil ihnen die Nasen der rechtmäßig Regierenden nicht passen. Polizei und Armee lassen sie gewähren, trotz Gewalt und Flughafenblockade.


Sie sehen zu, wie Demonstranten seit drei Monaten schrittweise das ganze Königreich lahm legen und eine Haupteinkommensquelle gefährden: den Tourismus. Urlauber sind gestrandet inmitten der Wirren. Ein gewagtes Spiel: 120.000 Flugpassagiere am Tag kann sich das Land nicht entgehen lassen.


Der König wäre der Einzige, der dem ein Ende setzen könnte. Auf ihn hören immer noch alle. Doch Bhumibol Adulyadej ist alt geworden und stumm.


Das Zünglein an der Waage ist der Armeechef. Mit seinem Appell an die Regierung, Neuwahlen durchzuführen, hat er sich auf Seiten der Demonstrierenden geschlagen. Doch wohin soll das führen?


Noch wird die „Volksallianz für Demokratie“ von den mächtigen Eliten der Hauptstadt unterstützt. Die Regierungspartei bleibt dagegen verbandelt mit dem beim alten thailändischen Establishment ungeliebten Ex-Premier Thaksin, der sich auf der Flucht vor einem saftigen Korruptionsverfahren der Heimat fernhält. Die Regierungspartei hält immer noch die Mehrheit der Wählerstimmen. Sie wird unterstützt von der Landbevölkerung, die anders denkt als die Elite Bangkoks.

Wenn nun eine Minderheit ihren Willen gegen den des Volkes durchsetzen will, dann ist das keine Allianz für die Demokratie, sondern eine Mesalliance von schlechten Demokraten und falschen Mitteln.