Der stellvertretende angolische Außenminister Georges Chicoty hat einen Einsatz von Truppen im Nachbarland Kongo angekündigt. Wie viele Soldaten stationiert werden sollen und wie ihr Einsatz aussehen wird, sagte er aber nicht.


Im Osten des Kongo liefert sich seit August die Rebellenmiliz des Generals Laurent Nkunda einen blutigen Konflikt mit lokalen Milizen und der regulären kongolesischen Armee. Hintergrund für den Konflikt sind ethnische Differenzen. Aber auch wirtschaftliche Interessen im sehr rohstoffreichen Kongo spielen eine Rolle.

Besonders unter den Kämpfen zu leiden haben die Zivilisten: Über 250.000 Menschen in der Region befinden sich auf der Flucht, Hilfsorganisationen sprechen von einer humanitären Katastrophe.

Der 17.000 Mann starke Friedenstruppe der Vereinten Nationen im Kongo (MONUC) ist es bislang nicht gelungen, der Eskalation von Gewalt Einhalt zu gebieten. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat daher nun gefordert, die Truppe um weitere 3.000 Soldaten aufzustocken. Er sei "sehr besorgt" über Berichte von gezielten Übergriffen gegen Zivilpersonen im Ostkongo, sagte er in New York.

Die jüngsten Übergriffe ereigneten sich nach Angaben der MONUC nördlich von Goma, der Hauptstadt der ostkongolesischen Provinz Nord-Kivu. In mehreren Dörfern seien Frauen vergewaltigt und Häuser gebrandschatzt worden, sagte MONUC-Sprecher Jean-Paul Dietrich. Verantwortlich seien Soldaten der kongolesischen Armee.

Der Vorfall verdeutlicht die steigende Zahl von Kriegsverbrechen auf beiden Seiten des Konflikts: Bislang waren vor allem Übergriffe von Rebellen auf Zivilisten bekannt geworden. Doch seitdem die Rebellen-Milizen mit großem Erfolg in den Ostkongo einmarschiert sind und die kongolesische Armee in die Flucht geschlagen haben, gibt es eine große Zahl versprengter Regierungssoldaten, die ebenfalls plündern, ausrauben und vergewaltigen.

Allein nördlich von Goma befinden sich etwa 100.000 Flüchtlinge. Ban Ki Moon betonte, dass die Hilfsorganisation nur bei einem sofortigen Waffenstillstand helfen könnten. Allerdings haben die Rebellen in Hinblick auf den Einsatz Angolas angekündigt, alle afrikanischen Truppen zu bekämpfen, die die kongolesischen Streitkräfte unterstützen.