An die Adresse des Auslandes gerichtet sagte der neue US-Präsident nach seiner Vereidigung: „Amerika ist ein Freund jeder Nation und jedes Mannes, jeder Frau und jedes Kindes, die eine Zukunft in Frieden und Würde anstreben.“ Und er fügte hinzu: „Und wir sind einmal mehr bereit, die Führung zu übernehmen.“

Amerikas militärische Macht sei aber auch Verpflichtung, betonte er: „Unsere Sicherheit entstammt aus der Gerechtigkeit unserer Sache, der Kraft unseres guten Beispiels.“ Zugleich reichte Obama den Muslimen die Hand. „Wir suchen einen Weg in die Zukunft, auf der Basis unserer gemeinsamen Interessen und gegenseitigen Respekts.“

Zugleich versicherte Obama, die Truppen aus dem Irak verantwortungsvoll abzuziehen und sich für Frieden in Afghanistan einzusetzen.

Die USA rief er zum Schulterschluss gegen die Krise auf. Obama sagte, er übernehme sein Amt in schwerer Zeit. Die Nation müsse „Hoffnung über Angst, Einigkeit im Ziel über Konflikt und Zwietracht“ stellen, um die schwerste Wirtschaftskrise seit Anfang des 20. Jahrhunderts zu überwinden.

Der übrigen Welt versprach Obama ein neues Amerika, das allen zuhören werde. Der islamischen Welt sagte er das Bemühen um neue Beziehungen im Geist des beiderseitigen Interesses und des gegenseitigen Respekts zu. Er werde aber auch alles tun, um Amerika vor der terroristischen Bedrohung zu schützen. „Wir werden uns nicht für unsere Art zu leben entschuldigen, noch werden wir in dessen Verteidigung nachlassen“, sagte Obama.

Die Herausforderungen der Wirtschaft könnten nicht in kurzer Zeit bewältigt werden, sagte Obama und fügte hinzu: „Aber das sollst du wissen, Amerika, sie werden bewältigt.“ Die Schwächung der Wirtschaft sei auch eine Folge der „Gier und des unverantwortlichen Handelns“ von einigen Personen, kritisierte der neue Präsident. Es gebe aber auch „unser kollektives Versagen, schwere Entscheidungen zu treffen und die Nation auf eine neue Ära vorzubereiten“.

Obama rief dazu auf, den neuen Herausforderungen mit alten Werten zu begegnen und nannte „harte Arbeit und Ehrlichkeit, Mut und Fair-Play, Toleranz und Neugier, Loyalität und Patriotismus“. Diese Werte seien „die stille Kraft des Fortschritts in unserer gesamten Geschichte“ gewesen.

Bundespräsident Horst Köhler gratulierte Obama im Namen aller deutschen Bürger und lud ihn nach Deutschland ein. In einem am Dienstag veröffentlichten Telegramm schrieb das deutsche Staatsoberhaupt: „In Deutschland stehen Sie für Aufbruch, Zuversicht und die Bereitschaft zu einer neuen, kooperativen Weltpolitik. Auf diesem Weg können Sie unserer Sympathie und unserer Unterstützung gewiss sein.“

Deutschland wisse sich den Vereinigten Staaten besonders verbunden, schrieb Köhler. „Dass wir Deutsche in diesem Jahr Freiheit und Einheit feiern können, verdanken wir ganz besonders auch unseren amerikanischen Freunden und Partnern. Ich lade Sie herzlich ein, mein Land zu besuchen und würde mich freuen, Sie recht bald in Deutschland begrüßen zu dürfen.“

Köhler schrieb, vor Obama lägen große Herausforderungen und Erwartungen. „Sie sind aber auch mit großen Chancen verbunden – für Ihr Land und für die Welt.“ Mehr als bisher seien die Staaten und Völker weltweit aufeinander angewiesen. „Frieden und Freiheit, Wohlstand und Umwelt lassen sich nur in gemeinsamer Verantwortung sichern und bewahren“, schrieb Köhler. Abschließend schrieb er: „Für Ihr Amt wünsche ich Ihnen eine glückliche Hand, Erfolg und Gottes Segen.“

AP/dpa/omi