Die Bildung seines neuen Kabinetts in Bayern ist Ministerpräsident Horst Seehofer nach eigenen Worten schwer gefallen. „Es berührt einen schon – die Beendigung von politischen Ämtern bei einer ganzen Reihe von Personen, die ungeheuer viel für Bayern geleistet haben“ sagte der CSU-Chef. „Es ist menschlich auch schwer." Seehofer zeigte sich aber mit dem Ergebnis zufrieden: „Wenn das kein Neuanfang ist, weiß ich nicht, was man noch machen soll.“


Der ursprünglich als Landesagrarminister vorgesehene Tierarzt Marcel Huber, der „für ein paar Stunden“ Minister gewesen sei, habe wegen des Regionalproporzes auf das Amt verzichten müssen, sei aber eines der großen Talente der CSU. Er könne nicht auf dem Parteitag ankündigen, er wolle die Landesteile zusammenführen, aber dann nicht auf den Regionalproporz achten. Deshalb übernimmt der niederbayerische Landtagsabgeordnete Helmut Brunner das Ressort.


Innenminister Joachim Herrmann und Justizministerin Beate Merk bleiben im Amt. Finanzminister wird der bisherige Finanzstaatssekretär Georg Fahrenschon. Ins Umweltministerium wechselt der bisherige Europaminister Markus Söder. Dessen Nachfolge tritt die bisherige Wirtschaftsministerin Emilia Müller an. Eine Änderung gibt es auch im Kultusministerium: Der bisherige Amtsinhaber Siegfried Schneider wird Staatskanzleichef. Sein Nachfolger wird der CSU-Landtagsabgeordnete Ludwig Spaenle. Neue Sozialministerin wird die bisherige CSU-Generalsekretärin Christine Haderthauer.

Fest standen bereits seit dem Wochenende die zwei Minister, die von der FDP ins schwarz-gelbe Kabinett geschickt werden. Wirtschaftsminister und stellvertretender Ministerpräsident wird demzufolge der bisherige FDP-Fraktionschef Martin Zeil. Als Minister für Wissenschaft, Forschung und Kunst ist der FDP-Landtagsabgeordnete Wolfgang Heubisch vorgesehen.


Fest steht nun auch, dass die CSU-Bundestagsabgeordnete Ilse Aigner neue Bundesagrarministerin wird. Als CSU-Generalsekretär holt sich Seehofer den Bundestagsabgeordneten Karl-Theodor zu Guttenberg.

Seehofer hat die neue bayerische Staatsregierung als schlagkräftig bezeichnet. Es sei ein auf die gesamte Legislaturperiode angelegtes Kabinett, das stabil und auch gut arbeiten werde, sagte der CSU-Vorsitzende. „Jetzt kommt der Praxistest.“ Seehofer wies zugleich Medienberichte zurück, wonach sich die CSU-Landtagsfraktion gegen die Berufung von außerhalb gestemmt habe. Es sei nie sein Bestreben gewesen, Kabinettsmitglieder von außen zu holen, betonte er.

Die Beratungen am Mittwoch hatten Seehofer zufolge bis tief in die Nacht gedauert, weil er den Dialog gepflegt habe. Dies habe dann noch zu einigen Veränderungen geführt, sagte er. Seehofer räumte ein, dass er nicht alle Interessen berücksichtigen konnte. Es gebe eine begrenzte Zahl von Möglichkeiten, was die Mandate betreffe. Deshalb könne es keine vollständige Zufriedenheit geben.

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