Die Union will nach einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung“ die deutschen Manager durch eine Reform der Vergütungsregeln dazu drängen, sich stärker am langfristigen Wohlergehen und weniger am Aktienkurs ihrer Unternehmen zu orientieren. Das sehe ein erstes Eckpunktepapier vor, das der CDU/CSU-Finanzexperte Otto Bernhardt noch in dieser Woche an die von ihm geleitete Arbeitsgruppe der Unions-Fraktion versenden wolle. Ende September sollten dann erste Verhandlungen mit der SPD über ein gemeinsames Reformkonzept stattfinden. Die Sozialdemokraten hatten bereits vor Wochen ein eigenes Konzept vorgelegt.
Bernhardt sagte der Zeitung, manche Führungskräfte seien zu sehr auf die Börse fixiert, weil der eigene Verdienst stark vom Aktienkurs abhänge. Wenn etwa ein Manager den Börsenkurs und damit sein Gehalt in die Höhe treiben könne, indem er den Abbau Tausender Stellen ankündigt, laufe etwas falsch. Schuld an der Fehlentwicklung ist aus Sicht des CDU-Politikers die zunehmende Bezahlung von Vorstandsmitgliedern mit Aktienoptionen. Diese Optionen werden umso mehr wert, je stärker der Aktienkurs steigt. In manchen Fällen macht dieser sogenannte „variable Teil“ weit mehr als 90 Prozent der Gesamtvergütung von Top-Managern aus.
Bernhardt sagte, er könne sich vorstellen, die Bezahlung mit Optionen gänzlich zu verbieten. Zumindest aber müsse sie eingeschränkt werden. Nach seinen Vorstellungen sollen die Führungskräfte die Wertpapiere künftig statt nach zwei erst nach vier Jahren in Aktien umtauschen dürfen. Zudem sei eine Quote denkbar, die den Anteil der variablen Vergütung auf einen bestimmten Prozentsatz des Gesamtgehalts beschränkt. Auch eine Grenze für die steuerliche Abzugsfähigkeit von Gehältern und Abfindungen schließt die Union nicht kategorisch aus.
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dpa/ras




