Die "Leipziger Volkszeitung“ berichtet in ihrer Samstag-Ausgabe, dass Ypsilanti ihren Partei-Vize Manfred Schaub als Spitzenkandidaten vorschlagen wolle. Den Parteivorsitz wolle sie behalten. Die Zeitung stützte sich auf Informationen nach Gesprächen Ypsilantis mit SPD-Spitzengremien im Land und im Bund.

In dem Zeitungsbericht heißt es, alle maßgeblichen Sozialdemokraten gingen davon aus, dass Ypsilanti bei der Sitzung des Parteirats der Hessen-SPD am Samstag einen entsprechenden Vorschlag unterbreiten werde.


Die hessische SPD-Chefin hatte es nach einer Landesvorstandssitzung am Donnerstagabend offen gelassen, ob sie noch einmal antritt. Sie werde am Samstag im Parteirat einen Vorschlag dazu machen, sagte Ypsilanti nur.


Eine Mehrheit der Deutschen begrüßt das Scheitern von Hessens SPD-Chefin Andrea Ypsilanti beim Vorhaben, sich mit den Stimmen der Linken zur Ministerpräsidentin wählen zu lassen. Dem am Freitag veröffentlichten ZDF-Politbarometer zufolge finden es 51 Prozent der Bürger gut, dass die Pläne Ypsilantis fehlschlugen. 26 Prozent gaben an, die Vorgänge um Ypsilanti seien ihnen egal, und lediglich 19 Prozent bedauerten das Scheitern der SPD-Politikerin.

Selbst unter den SPD-Anhängern begrüßten 40 Prozent das Scheitern Ypsilantis, 25 Prozent war es egal, und nur 26 Prozent hätten die SPD-Landeschefin lieber als Ministerpräsidentin an der Spitze einer rot-grünen Minderheitsregierung unter Tolerierung der Linken gesehen.


Die nun bevorstehende Neuwahl in Hessen stieß auf Zustimmung bei 72 Prozent der bundesweit 1171 befragten Wahlberechtigten. Lediglich 20 Prozent fanden es besser, wenn die Parteien versuchen würden, ohne vorgezogene Neuwahlen auszukommen.

AP/dpa/lk