Wenige Stunden vor Ende des Wahlkampfs herrscht auf der Homepage von Barack Obama Schlussverkauf: Die letzten Wahlkampfartikel werden verhökert. Die berühmten Schilder, die Anhänger in den Rasen vor ihrem Haus stecken, gibt es für vier statt acht Dollar. Der Kühlschrankmagnet mit den Fotos von Obama und seinem potenziellen Vizepräsidenten Joe Biden kostet nur noch drei statt fünf Dollar.
In einer anderen Abteilung des virtuellen Wahlkampfladens sind die Regale schon lange leer: Die von Künstlern gestalteten Plakate in limitierter Edition sind fast alle ausverkauft. Einige wenige werden noch für 40 statt für ehemals 60 Dollar angeboten. Die begehrtesten aber sind nur noch aus zweiter Hand zu bekommen. Dazu zählt eine Serie des amerikanischen Grafikdesigners Shepard Fairey. Sie zeigt Obamas Konterfei in schwarz-weißen Umrissen und darüber gelegt die amerikanischen Nationalfarben blau, weiß und rot. Darunter steht entweder „Change“ oder – auf dem neuesten – „Vote“. Der Stil erinnert an die holzschnittartigen Plakate der Nachkriegszeit, vor allem aber an das berühmte Porträt von Che Guevara.
Shepard Fairey, der in der Skateboard-Szene begonnen hat und im Frühjahr eine echte Kunstausstellung in Boston haben wird, hatte das Obama-Motiv Anfang des Jahres zuerst aus freien Stücken entworfen und auf seiner eigenen Homepage vertrieben. Damals hießen die Sprüche noch „Hope“ und „Progress“. Obamas Wahlkampfhelfer wurden darauf aufmerksam und sprachen Fairey an.
Man einigte sich auf eine limitierte Serie eines offiziellen Posters mit dem Kampagnenmotto „Change“. Anschließend entwarfen insgesamt zehn weitere Künstler ihre persönlichen Obama-Plakate. Sie alle wurden in limitierter Auflage auf der Wahlkampfhomepage von Obama verkauft.
Doch keines der Motive erreichte bislang den Kultstatus wie das von Shepard Fairey. Die offiziellen Wahlkampfplakate werden bei Ebay inzwischen für 250 oder 400 Dollar angeboten. Die ursprünglichen Fairey-Plakate mit Signatur des Künstlers sollen für 3750 Dollar den Besitzer wechseln. Und für eine ganze Serie aller Obama-Plakate des Künstlers werden gar 15.000 Dollar verlangt. Bis jetzt war allerdings noch niemand bereit, dafür zu bieten.
Und John McCain? Auf seiner Wahlkampfseite gibt es die üblichen Fanartikel, und die noch nicht einmal in besonders originellen Variationen. Das spannendste sind T-Shirts mit dem Spruch von „Joe the Plumber“. Es ist fraglich, ob man so eine Wahl gewinnen kann.
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