Ein Selbstmordattentäter hat sich am Sonntag in der Nähe einer Polizeiwache in Islamabad in die Luft gesprengt. Dabei wurden nach Angaben der pakistanischen Behörden mehr als zwölf Polizisten getötet. Der Sprecher eines Regierungskrankenhauses sagte, mindestens 36 Verletzte seien eingeliefert worden, fast alle von ihnen Sicherheitsbeamte. Zwei seien gestorben.

Die Explosion ereignete sich nach Polizeiangaben in einem Kiosk vor der Polizeiwache, die in der Nähe eines Marktes liegt. Aus dem Innenministerium verlautete, Augenzeugen zufolge sei ein Mann Mitte 30 in eine Gruppe Polizisten gerannt. Fernsehbilder zeigten Krankenwagen im Einsatz, verletzte Sicherheitskräfte wurden abtransportiert. Leichenteile und Glassplitter lagen im Umkreis auf der Straße.


In rund einem Kilometer Entfernung versammelten sich am Sonntag mehr als 3.000 Islamisten zum ersten Jahrestag der Erstürmung der Roten Moschee durch die Streitkräfte. Dabei kamen im Juli 2007 in tagelangen Kämpfen mehr als 100 Menschen ums Leben. In der Moschee hatten sich islamische Extremisten verschanzt. Kritiker beschuldigten Präsident Pervez Musharraf, er habe die Moschee auf Anweisung der USA stürmen lassen. Die Demonstranten forderten am Sonntag, dass Musharraf öffentlich gehängt werden solle. Ein Sprecher der Moschee verurteilte den Anschlag auf die Polizisten.


Pakistan vermindert Druck auf Islamisten im Nordwesten

Nach Beginn einer großangelegten Offensive gegen Islamisten im umkämpften Nordwesten Pakistans am vergangenen Wochenende hatten Aufständische Rache angedroht. Die Streitkräfte stoppten die Offensive im Khyber-Stammesgebiet inzwischen, da die Regierung Verhandlungen mit den islamistischen Rebellen aufnahm.

Stammesälteste vermitteln bei den Verhandlungen mit Mangal Bagh, dem Führer der militanten Gruppe Lashkar-e-Islam. Das Khyber-Stammesgebiet ist eine wichtige Route für Nachschublieferungen an die internationalen Truppen in Afghanistan.

Reuters/AP/cor