Nach einem US-Luftangriff auf einen Militärposten an der Grenze zu Afghanistan haben pakistanische Politiker vor einem Auseinanderbrechen der Allianz gegen den internationalen Terrorismus gewarnt. Der Ministerpräsident der Nordwest-Grenzprovinz, Amir Haider Khan Hoti, rief die Regierung in Islamabad am Donnerstag dazu auf, eine weitere Zusammenarbeit mit den US-Streitkräften im Anti-Terror-Kampf zu prüfen, sollte sich ein derartiger Vorfall wiederholen.
Premierminister Yusuf Raza Gilani hatte bereits am Vorabend den Angriff, bei dem in der Nacht zum Mittwoch elf pakistanische Soldaten starben, als „völlig inakzeptabel“ verurteilt. Das Außenministerium habe zudem US-Botschafterin Anne W.Patterson einbestellt und den Luftschlag „scharf verurteilt“, hieß es in einer Mitteilung der Regierung.
US-Verteidigung spricht von Selbstverteidigung
Das US-Verteidigungsministerium sprach indes von einem legitimen Akt der Selbstverteidigung. Einheiten der US-geführten Koalitionstruppen in Afghanistan seien von der pakistanischen Seite beschossen worden und hätten sich verteidigt, sagte Pentagon-Sprecher Geoff Morrell am Mittwoch in Washington. „Wir betrauern den Tod pakistanischer Soldaten, die (unsere) Partner im Kampf gegen den Terrorismus sind“, sagte hingegen ein Sprecher des US-Außenamts.
Anti-Terrorkoalition zeigt Video
Bereits einen Tag nach dem Angriff hatte die US-geführte Koalition in Afghanistan ein Video des Vorfalls veröffentlicht. Zu den von einer unbemannten Drohne aufgezeichneten Bildern sagt ein Sprecher aus dem Off, dass es nach einem Angriff von sieben schwer bewaffneten Kämpfern auf eine Patrouille der Koalitionstruppen in der afghanischen Provinz Kunar in der Nacht zu Mittwoch vier „Präzisionsschläge gegen anti-afghanische Elemente“ gegeben habe.
Das Video zeigt die Angriffe auf die mutmaßlichen Angreifer, die sich hinter einem Felsen verstecken oder in einer Schlucht in Deckung gehen.
„Es ist deutlich, dass es in diesem Gebiet kein Gebäude oder Militärposten (der Pakistaner) gibt“, sagt der Kommentator.
Taliban drohen mit Rache
Die radikalislamischen Taliban in Pakistan haben unterdessen angekündigt, Rache für den US-Angriff auf die halbautonomen Stammesgebiete im Nordwesten des Landes nehmen zu wollen. „Wir haben das Recht, unsere Heimat zu verteidigen“, erklärte ein Sprecher der Extremisten. Jede „Aggression der NATO-Truppen“ in Pakistan werde mit „voller Wucht“ beantwortet. Bei den Kämpfen kamen nach Taliban- Angaben auch acht Aufständische ums Leben.
Pakistan gehört zu den engsten Verbündeten der Vereinigten Staaten im internationalen Anti-Terror-Kampf. Das Grenzgebiet zu Afghanistan gilt als Hochburg radikalislamischer Extremisten und als Rückzugsraum für im Nachbarland aktive Taliban-Kämpfer und El-Kaida-Terroristen. Derzeit verhandelt die pakistanische Regierung mit mehreren Extremisten-Gruppen in der Region über Friedensverträge.
dpa/neli





