SÜDOSSETIEN: Die bergige Kaukasusregion mit 70.000 Einwohnern im Norden Georgiens grenzt an Russland. Mit 3900 Quadratkilometern ist Südossetien etwas größer als die spanische Mittelmeerinsel Mallorca. Die Provinzhauptstadt Zchinwali liegt im Süden der Region.

DER KONFLIKT: Im Streben nach Unabhängigkeit erklärte Südossetien sich Ende 1990 als „Sowjetrepublik“ und fordert seitdem nach dem Vorbild Nordossetiens eine Zugehörigkeit zur russischen Föderation. 1992 sagte sich Südossetien nach einem mit russischer Unterstützung geführten Krieg von Georgien los. Der Konflikt und gewaltsame Auseinandersetzungen zwischen der Region und Georgien dauern seitdem an.

DER STATUS DER REGION: Südossetien steht nicht unter der Kontrolle Georgiens. Eine selbsternannte, international nicht anerkannte pro-russische Regierung unter Präsident Eduard Kokojty verwaltet die Kaukasusprovinz, die wirtschaftlich von Russland unterstützt wird. Ebenso wie das abtrünnige Abchasien gehört die Bergregion jedoch völkerrechtlich weiter zu Georgien. Eine 2005 von Georgiens Präsident Michail Saakaschwili vorgeschlagene weitgehende Autonomie im Rahmen des georgischen Staates lehnte Südossetien ab.

AKTUELLE SPANNUNGEN: In den vergangenen Monaten nahmen die Spannungen um die Kaukasus-Regionen Südossetien und Abchasien zu: Seit Anfang des Jahres kam es immer wieder zu kleineren Gefechten zwischen Soldaten Georgiens und Südossetiens. Mitte April kündigte Russland an, seine Zusammenarbeit mit den abtrünnigen Regionen vertiefen zu wollen. Georgien warf Russland daraufhin vor, eine Annektierung der Gebiete zu planen.

REISEWARNUNG: Das Auswärtige Amt hat aus Sorge über die Gewalteskalation in Südossetien seine Reisehinweise für die von Georgien abtrünnige Region aktualisiert. „In Südossetien finden aktuell militärische Auseinandersetzungen statt, bei denen auch schwere Waffen eingesetzt werden“, heißt es seit Freitag auf der Internetseite des Ministeriums. „Wie auch bisher rät das Auswärtige Amt dringend von allen Reisen nach Südossetien und in die unmittelbare Nähe der Konfliktregion ab.“

AFP/str