Warum ist der Krieg ausgebrochen?
Es geht in den Auseinandersetzungen zwischen Russland und Georgien um Südossetien. Völkerrechtlich gehört das 4000 Quadratmeter große und 75.000 Einwohner zählende Gebiet zu Georgien. Viele Osseten haben allerdings die russische Staatsbürgerschaft. 1990 hatte sich Südossetien als Republik für unabhängig erklärt. Sie wurde aber international nie anerkannt. Georgien besteht insgesamt auf seiner territorialen Einheit, akzeptiert keine Unabhängigkeit.
Warum ist Südossetien wichtig?
Vordergründig geht es Russland darum, Südossetien wieder einzugliedern. Doch viele halten das für einen Vorwand. Es geht wohl vor allem um die Kontrolle über Rohstoffe und Pipelines, die durch das Gebiet führen.
Wie sind die Kräfteverhältnisse?
Dem russischen Heer gehören 395.000 Soldaten an, dem georgischen nur 17.767. Während in Russlands Luftwaffe 160.000 organisiert sind, verfügt Georgiens Luftwaffe nur über 1310 Soldaten. Die russische Armee hat 23.000 Kampfpanzer, 9900 Panzer für den Mannschaftstransport, Zehntausende Artilleriegeschütze und 1736 Kampfflugzeuge zur Verfügung. Georgien besitzt lediglich 128 Kampfpanzer, 44 Transportpanzer, 109 Artilleriegeschütze und 9 Kampfflugzeuge.
Welche Rolle spielt der Westen?
Hier treffen die Interessen der Großmächte aufeinander. Der georgische Präsident Saakaschwili setzt auf die Unterstützung der USA und der EU. Sie halfen bei der Demokratisierung und der Aufrüstung der Armee. Teile des Westens befürworten auch einen NATO-Beitritt Georgiens. Wichtig für den Westen ist vor allem die Erdölpipeline, die über georgisches Territorium führt und die den Westen unabhängiger von Russland machen könnte.
Wer sind die politischen Akteure?
Auf Russlands Seite steht der erst vor fünf Monaten gewählte Präsident Dimitri Medvedjew. Für ihn gilt der Kaukasus-Krieg als bisher größte Bewährungsprobe. Genau beobachtet wird er auch deshalb, weil viele glauben, dass der ehemalige Präsident und jetzige Premierminister Wladimir Putin die Zügel in der Hand hat. Auf Georgiens Seite steht Präsident Michail Saakaschwili. Er gilt als Amerikafreund. Das wichtigste Ziel des erst 40 Jahre alten Saakaschwili, sein Land in Nato und EU zu führen, ist durch die Kriegshandlungen in weite Ferne gerückt.
Wie wird der Krieg geführt?
Die „Washington Post“ berichtet, dass die georgische Regierung sich auch einem koordinierten Cyberkrieg aus Russland ausgesetzt sieht. So sei die Webseite des Außenministeriums von Hackern geknackt worden, die dann Bilder von Präsident Saakaschwili als Nazi draufgestellt hätten. Die Seite sei mittlerweile entfernt worden. Auch für die Wirtschaft wichtige Internetserver sollen von Junk-Mails überflutet und in die Knie gezwungen worden sein.
Wer gewinnt den Krieg?
Bei den Georgiern liegen inzwischen die Nerven blank. Der georgische Präsident Michail Saakaschwili erklärte am Abend im staatlichen Fernsehen, „die Existenz Georgiens“ sei durch den Konflikt mit Russland „gefährdet“. Die Bombardements der russischen Luftwaffe auf Ziele in Georgien sollten „Panik“ verbreiten, sagte Saakaschwili. „Georgien will Frieden und sonst nichts.“ Nach schweren russischen Bombardement zog Georgien seine Truppen zurück.



