Zuerst ein Dementi und dann doch eine Liebeserklärung: Heiko Maas, SPD-Chef an der Saar, lehnt zwar eine sozialdemokratische Regierungsbeteiligung unter einem Ministerpräsidenten Oskar Lafontaine ab, kann sich unter bestimmten Voraussetzungen jedoch sehr wohl eine Zusammenarbeit mit der Linken vorstellen.


Im kommenden Jahr dürfen die Saarländer über einen neuen Landtag abstimmen. Am Sonnabend will die Linkspartei bei ihrem Parteitag in Neunkirchen den ehemaligen Regierungschef Lafontaine als Spitzenkandidaten nominieren. Der Ex-SPD-Chef war von 1985 bis 1998 Ministerpräsident an der Saar.


Sollten die Linken bei der Abstimmung stärker abschneiden als die SPD, stehe seine Partei nicht für eine Regierungsbildung zur Verfügung, bekräftigte Maas am Freitag im ARD-Morgenmagazin. "Die SPD wird einen Ministerpräsidenten Lafontaine nicht mitwählen." Dann ergänzte Maas: "Das hängt mit Oskar Lafontaine zusammen."


Maas kritisierte, dass der ehemalige Bundesfinanzminister 1999 maßgeblich die Verantwortung für die Wahlniederlage der SPD an der Saar getragen habe. Obwohl Lafontaine schon seinen Rücktritt aus der Bundesregierung erklärt hatte, habe ihn die SPD damals in den Landtagswahlkampf eingebunden – auf seinen eigenen Wunsch hin. Vier Wochen vor der Wahl hatte Lafontaine dann erklärt, er wandere jetzt zur PDS ab. "Da gibt es keine Vertrauensbasis", sagte Maas.


Maas kann sich eine Koalition mit den Linken vorstellen


Grundsätzlich kann sich Maas aber sehr wohl eine Koalition mit den Linken an der Saar vorstellen – unter der Führung der Sozialdemokraten. "Wir müssen sehen, mit wem wir am meisten sozialdemokratische Politik umsetzen können", sagte Maas. Außerdem müsse das Personalangebot stimmen.


Lafontaine selbst hat bereits mehrfach erklärt, dass er in Saarbrücken eine Regierung mit der SPD anstrebe. Der amtierende Ministerpräsident an der Saar, Peter Müller (CDU) gibt Lafontaine indes keine Chance bei der Landtagswahl im kommenden Jahr.


Gegenüber dem saarländischen Rundfunk sagte Müller, dass sein Vorvorgänger ein "begnadeter Demagoge" sei. "Oskar Lafontaine hat es immer wieder geschafft, die Menschen zu verführen. Wir werden jedoch deutlich machen, dass er wie ein Hühnerdieb aus der Verantwortung geflohen ist“, sagte Müller.


Inhaltlich kritisierte Müller, dass Lafontaine in seiner Regierungszeit mehr als 1000 Lehrerstellen gestrichen habe. Daran müsse man die Wähler im Wahlkampf erinnern. Müller geht von einem Richtungswahlkampf aus und sieht Lafontaine als Hauptkonkurrenten.

AP/DDP/AFP/DPA/pif