Eine Woche vor Beginn der Olympischen Spiele hat die chinesische Führung vor einer Politisierung des sportlichen Großereignisses gewarnt. Die Spiele könnten dabei helfen, das internationale Misstrauen gegenüber der Volksrepublik zu schmälern – doch müsse die Politik außen vor bleiben, sagte Chinas Präsident Hu Jintao. „Wir glauben, dass die Politisierung der Olympischen Spiele nicht zur Lösung dieser Probleme beiträgt und zudem gegen den Olympischen Geist verstößt“, sagte Hu vor Journalisten am Freitag. Er nahm damit auch Bezug auf die Kritik des Auslands zur Lage der Menschenrechte, der Pressefreiheit und des Umweltschutzes in China.

Die zu den Spielen erwarteten 20.000 ausländischen Journalisten rief Hu zur Objektivität auf. In einer – äußerst seltenen – Pressekonferenz vor ausländischen Journalisten versicherte der Präsident, dass China für niemanden eine Bedrohung sei und während der kommenden Sportveranstaltungen zeigen werde, "dass das chinesische Volk ein friedliebendes Volk ist". Allerdings sollte man sich bei der Berichterstattung an chinesische Regeln und Gesetze halten, erklärte Hu.


Den Erfolg der Spiele misst Hu Jintao nach eigenen Worten vor allem daran, ob der olympische Geist gewahrt werde. Die entscheidenden Faktoren seien Freundschaft, Solidarität und Frieden, sagte der Präsident. Ferner sei wichtig, dass die Athleten aus aller Welt in Peking gleiche Wettbewerbsbedingungen hätten, um Höchstleistungen zu erbringen.

Alle Olympischen Spiele hätten ihre unvergesslichen Momente. Zum Erfolg trügen die Infrastruktur, die Wettkampfstätten, die Umwelt, die Sicherheit, die Freiwilligen und vieles andere bei. Jedes dieser Elemente sei "unverzichtbar". Doch müsse vor allem der olympische Geist zum Zuge kommen, sagte Hu Jintao. Die Spiele sollen die Freundschaft und das Verständnis zwischen den Völkern verbessern.

SID/Reuters/ES