Bei einem Angriff der Taliban auf eine Stellung der Internationalen Schutztruppe Isaf sind am Sonntag in der ostafghanischen Provinz Kunar nach US-Angaben neun amerikanische Isaf-Soldaten getötet worden. Es waren die schwersten Verluste auf Seiten der Isaf bei einem Gefecht mit den radikal-islamischen Aufständischen in diesem Jahr. Bei zwei Selbstmordanschlägen in Afghanistan waren am Wochenende mindestens 28 Menschen getötet worden, darunter viele Zivilisten.
Wie die Isaf am Sonntagabend weiter mitteilte, wurden bei dem Gefecht in Kunar zudem 15 Soldaten der Nato-geführten Schutztruppe sowie 9 Soldaten der afghanischen Armee verletzt. Die Nationalität der 15 Soldaten wurde nach US-Medienangaben vom Nato-Sprecher nicht genannt. Der Nato-Sprecher nannte die Zahl von vier verletzten afghanischen Soldaten.
Die Isaf ging davon aus, dass die Aufständischen bei den mehrstündigen Kämpfen schwere Verluste erlitten hätten. Die Rebellen hätten am Sonntagmorgen einen Außenposten der Truppen mit Panzerfäusten, Maschinengewehren und Mörsern angegriffen, teilte die Schutztruppe mit.
In der zentralafghanischen Provinz Urusgan riss ein Selbstmordattentäter am Sonntag mindestens 24 Menschen mit in den Tod. Wie der Polizeichef der Provinz mitteilte, zündete der Attentäter seinen Sprengsatz auf einem belebten Markt im Bezirk Deh Rawud. Die meisten der Opfer seien Geschäftsinhaber und Kinder, die auf dem Markt gearbeitet hätten. Auch vier Polizisten seien ums Leben gekommen. Den Angaben zufolge wurden mindestens 40 weitere Menschen verletzt.
Bereits am Vortag waren bei einem Selbstmordanschlag in der Unruheprovinz Helmand im Süden des Landes zwei afghanische Soldaten, ein Kind sowie der jugendliche Attentäter ums Leben gekommen. Nach Angaben der Internationalen Schutztruppe Isaf hatte sich der Attentäter, bei dem es sich um einen Teenager handeln soll, zu Fuß einem Stützpunkt der afghanischen Armee genähert. Als Posten ihn durchsuchten, sei der am Körper befestigte Sprengsatz explodiert.
In der nordafghanischen Provinz Kunduz starb am Samstag ein ungarischer Soldat der Nato-geführten Isaf. Er sei mit seiner Einheit ausgerückt, als sich „aus bisher ungeklärten Gründen“ eine Detonation ereignete, teilte das Verteidigungsministerium in Budapest mit. In der Provinz Helmand wurde nach Angaben der US-geführten Koalition am Sonntag ein weiterer ausländischer Soldat getötet.
Nach Angaben der örtlichen Behörden wurden in der südlich von Kabul gelegenen Provinz Ghasni am Sonntag zwei Kriminalpolizistinnen von Kämpfern der radikalislamischen Taliban erschossen. In der Nachbarprovinz Logar wurde nach Angaben des Innenministeriums ein Oberhaus-Abgeordneter des Parlaments in Kabul von Unbekannten entführt. Bislang bekannte sich niemand zu der Tat. Zuletzt war vor einer Woche ein Abgeordneter in der südlichen Provinz Kandahar erschossen worden.
US-Brigaden sollen aus Irak nach Afghanistan verlegt werden
Die USA planten bis zu 25.000 Soldaten aus dem Irak abziehen, um ihre Truppen in Afghanistan zu verstärken. Bis zu drei von insgesamt 15 Brigaden im Irak sollten ab September abgezogen werden, berichtete die „New York Times“ unter Berufung auf militärische und zivile Quellen. Die Zahl der in dem Golfstaat stationierten Soldaten könne auf 120.000 bis 130.000 Mann sinken, gegenwärtig befinden sich dort etwa 145.000 Soldaten. Grund sei der dringende Truppenbedarf in Afghanistan, wo die aufständischen Taliban ihre Angriffe im vergangenen Jahr intensivierten, berichtete das Blatt.
Das US-Verteidigungsministerium sagte in einer Reaktion, die Entscheidung sei noch nicht getroffen. Allerdings hoffe Verteidigungsminister Robert Gates, „dass die Bedingungen im Irak die Fortsetzung des Abzugs ermöglichen, und die ständigen Fortschritte im Sicherheitsbereich, die wir erleben, legen nahe, dass dies möglich sein wird“, teilte Pentagon-Sprecher Geoff Morell in einer E-Mail mit.
DPA/FSL





