Seit Monaten wird in Deutschland über die Sozialreform der Bundesregierung diskutiert. Nach einem missglückten „Herbst der Reformen“ 2025 wurde in diesem Jahr schließlich ein „Sommer der Reformen“ angekündigt – und doch steht auch im Oktober vieles noch nicht fest. „Natürlich nicht, weil wir darum ringen, wie wir es möglichst frauen- und familienfreundlich machen können. Trotz der massiven Konsolidierungsbedarfe“, verteidigt Karin Prien (CDU), Bundesministerin für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Nach aktuellen Reformplänen ist etwa vorgesehen, die Laufzeit des Elterngelds zu kürzen. Gespart werden soll aber auch beim Unterhaltsvorschuss und dem Kindersofortzuschlag.
Sozialreformen: Kritik an Prien wegen Sparplänen beim Elterngeld
Sparvorhaben, für die Ministerin Karin Prien in den vergangenen Wochen und Monaten viel Kritik einstecken musste. „Glauben Sie mir mal: Als Frauenministerin ans Elterngeld oder den Unterhaltsvorschuss ranzugehen, ist ein Albtraum“, räumt Prien im FUNKE-Format „Mikas Matrix“ ein. Man sei aber nun einmal in einer Situation, in der es einen „massiven Spardruck“ gebe. Daher müsse man, gerade bei den freiwilligen Leistungen wie dem Elterngeld, sparen.

Für Journalistin und Podcast-Host Bascha Mika entsteht der Eindruck, die Sozialreform falle vor allem den Frauen zur Last. Sie fragt sich: Sind Frauen die Sparschweine dieser Republik? Immerhin würde die unbezahlte Arbeit innerhalb von Familien nicht weniger. Prien verweist hingegen auf das Recht auf Ganztagsbetreuung, das seit August dieses Jahres für alle Kinder ab der 1. Klasse gilt. „Das ist ein großer Vorteil für Frauen“, findet Prien. Mit Blick auf die geplanten Reformen geht die Ministerin dennoch von Änderungen aus. „Das wird so sein“, bestätigt sie im FUNKE-Podcast und verweist dabei auch noch einmal auf die Kritik, die sie erreicht hat.

Nach Rücktritt von Bärbel Bas: Kollegin Karin Prien nennt Politbetrieb „gnadenlos“
Im Gespräch zwischen Bascha Mika und Karin Prien geht es neben den Reformen auch um Bärbel Bas. Die SPD-Vorsitzende und Bundesministerin für Arbeit und Soziales war am 12. Oktober überraschend und auf eigenen Wunsch von ihren Ämtern zurückgetreten. In einem persönlichen Schreiben an ihre Parteigenossinnen und -genossen schrieb sie, nach dem Tod ihrer Stieftochter Zeit zu brauchen, um ihre Trauer zu verarbeiten. Bas habe nicht die Kraft, ihre „Regierungs- und Parteiarbeit vollumfänglich auszuüben“. Mitverantwortlich machte die Politikerin auch den Koalitionspartner CDU, aus dessen Reihen „öffentliche Angriffe“ gegen sie, in einer persönlich schwierigen Lage, weiter forciert wurden.
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Prien sei von Bas’ Nachricht sehr betroffen, wie sie im Podcast sagt. „Ohne jeden Zweifel fände ich es furchtbar, wenn ich in irgendeiner Weise dazu beigetragen hätte, dass sie das so empfunden hat.“ Politik sei gnadenlos und beinhart, so die CDUlerin, die auf zehn Jahre Arbeit als Ministerin zurückblickt. „Für persönliche Momente, in denen es einem mal nicht so gut geht oder wo man verletzbarer ist, dafür gibt es nicht viel Raum.“ Vor allem Frauen würden in Momenten der Schwäche nicht erwischt werden wollen, sagt Karin Prien.
Die überzeugte Feministin Bascha Mika fragt sich, warum es diesen doppelten Standard in der Politik überhaupt noch gibt. Und wo müssen weibliche Politikerinnen im Gegensatz zu ihren männlichen Kollegen in Deutschland noch zurückstecken? Kann Karin Prien als Bundesfrauenministerin nicht darauf einwirken, damit sich daran etwas ändert? Die Antworten dazu gibt es in der neuesten Folge des FUNKE-Podcasts „Mikas Matrix“ mit Bascha Mika und Karin Prien.
Podcast „Mikas Matrix“ auf allen Plattformen
In „Mikas Matrix“ wird die Welt aus Frauensicht verhandelt. Journalistin und Publizistin Bascha Mika spricht mit ihren Gästen über die wichtigen Fragen unserer Zeit, über Macht, Politik und wer unsere Gesellschaft gestaltet. Ihr Podcast will schlauer machen, eine andere Perspektive zeigen, Erkenntnisse provozieren. Frauen – und gern auch Männer – sollen wissender, mutiger und kämpferischer rausgehen, als sie reingekommen sind. Mit Haltung. Ohne Verkniffenheit. Und mit Lust auf Veränderung.
„Mikas Matrix“ finden Sie auf Spotify, Apple Podcast und Amazon – sowie auf allen Plattformen, auf denen es Podcasts gibt.




