Die Attacke eines Wolfs auf ein Mädchen in Brandenburg könnte Konsequenzen haben. Die Polizei ermittelt gegen eine Mitarbeiterin des Wildparks Johannismühle in Baruth/Mark (Teltow-Fläming) wegen des Verdachts der fahrlässigen Körperverletzung. Die Achtjährige wurde von mindestens einem Tier attackiert. Sie und zwei weitere Kinder befanden sich im Gehege, das sie laut Kreisverwaltung Teltow-Fläming nicht hätten betreten dürfen.
„Dem Landkreis sind keine Genehmigungen für Besuche von Raubtiergehegen durch Kinder oder andere Besucherinnen und Besucher bekannt“, erklärte der Landkreis am Donnerstagabend. „Die Organisation solcher Angebote und die Einhaltung der erforderlichen Sicherheitsvorkehrungen liegen in der Verantwortung des Betreibers.“
Schwere Verletzungen: Wie Wolfsattacken den Körper schädigen
Das achtjährige Mädchen wurde durch die Wolfsattacke schwer verletzt. „Wenn so etwas vorkommt, sehen wir häufig Verletzungen am gesamten Körper“, sagt Leila Harhaus-Wähner, Professorin für Hand-, Replantations- und Mikrochirurgie an der Berliner Charité. „Meist auf der dem Tier zugewandten Körperseite. Das sind tiefe Weichteilverletzungen, oft auch mit großen Weichteildefekten, wenn ganze Gewebsanteile verloren gehen.“ Tiere hätten zudem meist lange, spitze Zähne. „Diese dringen tief ein und verursachen nicht nur oberflächliche, sondern auch tiefe Verletzungen. Das ist an den Extremitäten, im Bauchraum, aber eben auch am Gesicht und am Kopf, hochproblematisch.“


