Nach einem tödlichen Schusswaffenangriff nahe Paris hat die französische Anti-Terror-Staatsanwaltschaft die Ermittlungen übernommen. Sie leitete ein Verfahren wegen „Mordes im Zusammenhang mit einer terroristischen Vereinigung“ ein, wie die Staatsanwaltschaft am Freitag mitteilte. Demnach sei die Tat „aufgrund der tatsächlichen oder vermeintlichen Zugehörigkeit zu einer angeblichen Rasse, Ethnie, Nation oder bestimmten Religion begangen“ worden.

Jeden 2. Sonntag

Ein FUNKE Liebe

Alle zwei Wochen sonntags: Antworten auf Beziehungsfragen – ehrlich, nah und alltagstauglich.

Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.

Frankreichs Innenminister Laurent Nuñez hat den Vorfall als «terroristische Tat» bezeichnet. „Die Ermittlungen laufen noch, aber es handelt sich eindeutig um ein terroristisches Verbrechen“, sagte Nuñez vor Journalistinnen und Journalisten in Trappes, nachdem ein Mann in einem Auto auf offener Straße Schüsse abgefeuert hatte.

Tödliche Schüsse nahe Paris: Das ist passiert

Ein Mann hatte am Freitagvormittag in Trappes westlich von Paris und im benachbarten La Verrière das Schussfeuer eröffnet. Ein Mensch wurde getötet, vier weitere wurden nach Angaben aus Polizeikreisen verletzt. Unter den Verletzten befindet sich laut Ali Rabeh, dem Bürgermeister von Trappes, auch ein zwölfjähriges Kind, das schwere Verletzungen erlitt, wie er der Nachrichtenagentur AFP sagte. Der mutmaßliche Schütze wurde kurz darauf im nahe gelegenen Coignières festgenommen. Nach Angaben der örtlichen Behörden kann sich die Opferzahl noch ändern.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt außerdem wegen des „Besitzes einer Waffe der Kategorie A“, zu dem unter anderem automatische Schusswaffen gehören, die Salven abgeben, sowie der „Beteiligung an einer terroristischen kriminellen Vereinigung mit dem Ziel der Vorbereitung von Verbrechen gegen Menschen“.

Schüsse in der Nähe von Paris: „Alle Ressourcen der Sicherheitskräfte und Justiz in vollem Umfang mobilisiert“

Nach Angaben des Bürgermeisters von Trappes schoss ein Mensch aus seinem Fahrzeug heraus. Dem Sender BFMTV sagte Rabeh, der Mann habe offensichtlich wahllos geschossen und ein „Blutbad“ anrichten wollen. Das Todesopfer sei „afrikanischer Herkunft“, ein Verletzter in Lebensgefahr sei zudem „maghrebinischer Herkunft“. Die Stadt wollte eine psychologische Betreuungsstelle einrichten.

Premierminister Sébastien Lecornu bezeichnete den Fall als sehr ernst. Alle Ressourcen der Sicherheitskräfte und der Justiz seien in vollem Umfang mobilisiert, erklärte er im Onlinedienst X.

Empfohlener externer Inhalt

An dieser Stelle befindet sich ein externer Inhalt von X, der von unserer Redaktion empfohlen wird. Er ergänzt den Artikel und kann mit einem Klick angezeigt und wieder ausgeblendet werden.
Externer Inhalt
Ich bin damit einverstanden, dass mir dieser externe Inhalt angezeigt wird. Es können dabei personenbezogene Daten an den Anbieter des Inhalts und Drittdienste übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Die Stimmung in Frankreich ist derzeit angespannt. Am Wochenende war es am Rande von Demonstrationen gegen hohe Lebenshaltungskosten und Missstände im Bildungssystem zu massiven Ausschreitungen gekommen. Tausende Geschäfte wurden geplündert, Rathäuser und Polizeistationen angegriffen und Gebäude in Brand gesetzt. Als Reaktion darauf wurden in mehreren Großstädten nächtliche Ausgangssperren verhängt.

(fmg)