Nach einem tödlichen Schusswaffenangriff nahe Paris hat die französische Anti-Terror-Staatsanwaltschaft die Ermittlungen übernommen. Sie leitete ein Verfahren wegen „Mordes im Zusammenhang mit einer terroristischen Vereinigung“ ein, wie die Staatsanwaltschaft am Freitag mitteilte. Demnach sei die Tat „aufgrund der tatsächlichen oder vermeintlichen Zugehörigkeit zu einer angeblichen Rasse, Ethnie, Nation oder bestimmten Religion begangen“ worden.
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Frankreichs Innenminister Laurent Nuñez hat den Vorfall als «terroristische Tat» bezeichnet. „Die Ermittlungen laufen noch, aber es handelt sich eindeutig um ein terroristisches Verbrechen“, sagte Nuñez vor Journalistinnen und Journalisten in Trappes, nachdem ein Mann in einem Auto auf offener Straße Schüsse abgefeuert hatte.
Tödliche Schüsse nahe Paris: Das ist passiert
Ein Mann hatte am Freitagvormittag in Trappes westlich von Paris und im benachbarten La Verrière das Schussfeuer eröffnet. Ein Mensch wurde getötet, vier weitere wurden nach Angaben aus Polizeikreisen verletzt. Unter den Verletzten befindet sich laut Ali Rabeh, dem Bürgermeister von Trappes, auch ein zwölfjähriges Kind, das schwere Verletzungen erlitt, wie er der Nachrichtenagentur AFP sagte. Der mutmaßliche Schütze wurde kurz darauf im nahe gelegenen Coignières festgenommen. Nach Angaben der örtlichen Behörden kann sich die Opferzahl noch ändern.
Die Staatsanwaltschaft ermittelt außerdem wegen des „Besitzes einer Waffe der Kategorie A“, zu dem unter anderem automatische Schusswaffen gehören, die Salven abgeben, sowie der „Beteiligung an einer terroristischen kriminellen Vereinigung mit dem Ziel der Vorbereitung von Verbrechen gegen Menschen“.
Wichtige Updates
Dienstag 17:39 Uhr Frankreich mobilisiert zusätzliche Polizisten für neue Proteste
Dienstag 10:52 Uhr Festnahme nach Brandstiftung im Rathaus von Limoges
Dienstag 04:45 Uhr Frankreich: Ausgangssperren in der Nacht größtenteils eingehalten
19.10.2026 18:20 Uhr Meloni kündigt nach Krawallen hartes Vorgehen an
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Sicherheitslage in Frankreich: PSG gegen Lyon verlegt Aufgrund der geplanten Großdemonstrationen am Wochenende in Frankreich ist das Ligue-1-Spiel zwischen Champions-League-Sieger Paris Saint-Germain und Olympique Lyon von Sonntag auf Montag verschoben worden. Das teilte der Ligaverband LFP mit. Demnach habe die Polizei eine Austragung am Sonntag untersagt. Das Spiel im Parc de Princes wird nun am Montag um 20.30 Uhr ausgetragen. Insgesamt ist es bereits die vierte Spielverschiebung in der Ligue 1 und Ligue 2 an diesem Wochenende. Hintergrund der Maßnahme ist die angespannte Sicherheitslage in Frankreich.
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Frankreich mobilisiert 70.000 Polizisten vor Protesten Vor erneuten landesweiten Demonstrationen in Frankreich mit befürchteten Ausschreitungen hat Innenminister Laurent Nuñez eine massive Mobilisierung von Polizeikräften und ein hartes Durchgreifen angekündigt. "Morgen werden insgesamt 70.000 Polizisten und Gendarmen im öffentlichen Raum im Einsatz sein, darunter sowohl lokale Einsatzkräfte aus den verschiedenen Departements als auch Angehörige der mobilen Einsatzkräfte, der republikanischen Sicherheitskompanien und der mobilen Gendarmerie-Einheiten", sagte Nuñez in Paris. Neben Spezial- und Eliteeinheiten der Polizei kämen auch gepanzerten Fahrzeuge und Wasserwerfer zum Einsatz. "Was am 17. Oktober geschehen ist, ist völlig inakzeptabel, und deshalb werden wir alles in unserer Macht Stehende tun, um diese Plünderungen, diese Übergriffe und diese Angriffe auf öffentliche Gebäude zu verhindern", sagte der Innenminister mit Blick auf die schweren Ausschreitungen am Rande von Demonstrationen am vergangenen Samstag.
Nun werde erneut mit Gewalt gerechnet, sagte Nuñez. "In den sozialen Netzwerken gibt es zahlreiche Aufrufe zu Gewalttaten, und es gibt erneut zahlreiche Aufrufe zu Plünderungen, bei denen es sich offensichtlich um Botschaften der Randalierer handelt." Eine Reihe von Demonstrationen sei bereits verboten worden. Erlaubt würden Kundgebungen, die von den Organisatoren mit einem Ordnungsdienst begleitet würden, "und unter der Voraussetzung, dass sie natürlich nicht an Orten stattfinden, an denen es zu Plünderungen, Störungen der öffentlichen Ordnung und Ähnlichem kommen könnte." Insofern würden Demonstrationen eher an den Rand der Innenstädte verlegt.
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Vor neuem Protesttag: Nächtliche Ausgangssperre im Pariser Zentrum bis Montag verlängert Nach den landesweiten Ausschreitungen am Wochenende in Frankreich ist die nächtliche Ausgangssperre für Teile der Hauptstadt Paris verlängert worden. Das Ausgehverbot rund um die Place de la République und das Einkaufsviertel Les Halles gilt bis Montagfrüh täglich von 23.00 Uhr bis 06.00 Uhr, wie die Pariser Polizeipräfektur am Donnerstag mitteilte. Zudem sind demnach am Abend und in der Nacht zum Freitag nicht angemeldete Versammlungen vor dem Élysée-Palast, der Nationalversammlung und dem Senat sowie rund um Bahnhöfe und auf den Champs-Élysées untersagt. Mit Blick auf die für Samstag angekündigten neuen Proteste kündigte die Regierung Demonstrationsverbote und weitere Einschränkungen an. Oberstes Ziel sei eine „Rückkehr zur Ruhe“, sagte Präsident Emmanuel Macron am Donnerstag.
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In Frankreich geplünderte Waren tauchen bei Vinted auf Die Second-Hand-Plattform Vinted hat mehrere Anzeigen entfernt, die geplünderte französische Waren angepriesen haben. Das berichtet „CNN“ mit Verweis auf eine Stellungnahme des Unternehmens. Außerdem prüfe die Online-Plattform vermehrt „verdächtige“ Anzeigen. Französische Behörden wollen verhindern, dass Waren, die während der Unruhen gestohlen wurden, online verkauft werden. Man habe „sofort Maßnahmen ergriffen“, so Vinted, „um Einträge zu identifizieren und zu entfernen, die mit den Plünderungen in Verbindung stehen“. „Der Verkauf von Diebesgut sowie die Anpreisung solcher Waren sind auf Vinted strengstens verboten, und wir dulden dies in keiner Weise“, heißt es in der Stellungnahme. Wer sich nicht an diese Regeln halte, könne gesperrt werden. Serge Papin, Frankreichs Minister für kleine und mittlere Unternehmen, verurteilte das Verhalten. „Solche Verhaltensweisen werden nicht ungestraft bleiben. Wir werden das nicht durchgehen lassen." Luxusunternehmen wie Louis Vuitton, Rolex oder die Kosmetikfirma Sephora waren von den Unruhen betroffen.
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Macron warnt Randalierer vor neuen Protesten in Frankreich Vor erneuten Demonstrationen in Frankreich an diesem Samstag hat Präsident Emmanuel Macron mögliche Randalierer vorgewarnt. „Die Leute, die am kommenden Samstag in den Innenstädten Chaos anrichten wollen, werden daran gehindert werden, Chaos anzurichten“, sagte Macron während einer Nahostreise in der katarischen Hauptstadt Doha. Die Sicherheitsbehörden würden entschlossen auftreten, „und wir nutzen alle uns zur Verfügung stehenden Mittel, um zu verhindern, dass sich solche Vorfälle wiederholen“, sagte Macron mit Blick auf die schweren Ausschreitungen am Rande von Kundgebungen am vergangenen Samstag. Am Donnerstag werde er sich mit den Sicherheitsbehörden beraten, sagte Macron. „Morgen werden wir auch einen sehr genauen Überblick über die Umsetzung der Maßnahmen erhalten, sowohl im Bereich der Vorbeugung als auch der Informationsbeschaffung und der Sicherheit – nicht nur für Samstag, sondern für die kommenden Wochen.“ Macron betonte erneut, dass es keine legitime Gewalt gebe. „Weder verbal noch körperlich, weder gegen Sachen noch gegen Personen.“ Parallel zu den Sicherheitsvorkehrungen setzte die Regierung die Beratungen zu den „legitimen Forderungen“ der Demonstranten mit den Schüler- und Studentenvertretungen und den Sozialpartnern fort, sagte der Präsident. „Das Ziel ist es, zuzuhören, die Sorgen, Meinungsverschiedenheiten und manchmal auch die Wut, die da sind, ernst zu nehmen, die tieferen Ursachen anzugehen und dies auf geordnete Weise zu tun, dabei jedoch klar zwischen diesen Aspekten und der ausgeübten Gewalt zu unterscheiden, bei der wir keinerlei Zugeständnisse machen werden.“
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Neue nächtliche Ausgangssperren in französischen Städten Nach den landesweiten Gewaltausbrüchen am Wochenende in Frankreich sind die nächtlichen Ausgangssperren in Paris und mehreren anderen Städten verlängert worden. In Paris gelten die Einschränkungen von Dienstag 23.00 Uhr bis Mittwoch 06.00 Uhr rund um die Place de la République und für das Einkaufsviertel Les Halles, wie die Polizeipräfektur in der Hauptstadt mitteilte. In anderen Großstädten wurden ähnliche Maßnahmen verhängt. Im Zentrum von Lyon gilt bis Mittwochfrüh eine Ausgangssperre, in Marseille wurde für bestimmte Stadtviertel bis einschließlich Freitag ein nächtliches Ausgehverbot für Minderjährige verhängt.
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Handelskette Carrefour kappt Prognose Die französische Supermarktkette Carrefour hat wegen der Unruhen in Frankreich ihre Prognosen für das Gesamtjahr gesenkt. Die Unruhen halten aus Sicht des Konzerns Kunden fern, untergraben das Vertrauen der Verbraucher und erhöhen die Kosten. "Unsere Unternehmensgruppe sieht sich in Frankreich mit einer beispiellosen Situation konfrontiert", sagte Konzernchef Alexandre Bompard laut Mitteilung. Es herrsche "große Unsicherheit" hinsichtlich der Entwicklung der Konsumausgaben und der Bedingungen, unter denen die eigenen Filialen wieder öffnen können, mahnte er. "Da wir nun in die entscheidende Jahresendphase für den Einzelhandel eintreten, hat diese Situation erhebliche Auswirkungen auf die Konsumausgaben – die ohnehin schon durch steigende Energiekosten unter Druck stehen", sagte er.
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Frankreich mobilisiert zusätzliche Polizisten für neue Proteste Nach der Ankündigung weiterer Demonstrationen hat Frankreichs Premierminister Sébastien Lecornu eine umfangreiche Mobilisierung der Polizei angekündigt. "Der Einsatz am kommenden Samstag wird massiv sein", sagte Lecornu in einer Fragestunde im Parlament. Während der Proteste am vergangenen Samstag, die von schweren Ausschreitungen begleitet wurden, seien die eingesetzten Polizeikräfte "zu statisch und nicht mobil genug" gewesen. "Wir werden die Maßnahmen auf ein höheres Niveau heben", sowohl was die Zahl der eingesetzten Beamten als auch deren Reaktionsfähigkeit angeht, sagte Innenminister Laurent Nuñez. Unter anderem würden Kräfte der Antiterroreinheit Sentinelle eingesetzt, um die übrigen Polizeieinheiten zu entlasten.
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Deutsche Behörden bereiten sich auf Protesttag vor Nach der Ankündigung eines Protesttages in mehreren deutschen Städten am 31. Oktober stellen sich die Sicherheitsbehörden auf einen größeren Einsatz ein. Für dieses Datum finde eine Mobilisierung statt, die auch aus dem linken Spektrum instrumentalisiert werde, erklärte Hessens Innenminister Roman Poseck (CDU). „Unsere Polizei wird stark aufgestellt sein und konsequent handeln. Sie wird keinerlei Gewalt gegen Personen und Sachen dulden.“ Zunächst hatte die „Bild-Zeitung“ berichtet.
Berlins Polizeisprecher Florian Nath sagte, es gebe Bestrebungen, die Thematik der Schülerproteste gezielt zu nutzen für eigene Interessen. „Das werden wir nicht zulassen“, sagte der Sprecher. „Wir werden genau hinschauen, ob es sich um legitime Schülerproteste handelt oder wer lediglich die Kulisse von Halloween nutzen will für eigene Interessen.“
Die Initiative „Gen Z steht auf“ ruft für den 31. Oktober in zahlreichen deutschen Städten zu Protesten auf. Dabei soll es den Angaben zufolge unter anderem um Bildung, ein bezahlbares Leben sowie die Ablehnung einer Wehrpflicht gehen. „Wir distanzieren uns klar von jeglicher Art von Gewalt“, sagte der Mitinitiator Akram Selo der dpa. Es gehe um eine friedliche Demonstration.
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Bundesschülerkonferenz: Proteste auch in Deutschland möglich Auch hierzulande erkennt die Bundesschülerkonferenz Herausforderungen im Bildungssystem, die in Deutschland Protestbewegungen auslösen könnten. Es sei „durchaus möglich, dass die Proteste in Frankreich auch hierzulande Diskussionen und Forderungen nach Veränderungen verstärken“, sagte Sprecherin Isabelle Seltenreich am Dienstag mit.
Es sei verständlich, dass die Schülerschaft in Frankreich auf bestehende Probleme aufmerksam mache und Veränderungen fordere, sagte Seltenreich. Wichtig sei allerdings, „dass Proteste friedlich verlaufen und auf Gewalt verzichtet wird“. Es gelte, die Anliegen der jungen Menschen ernst zu nehmen und für einen „Dialog zwischen den Verantwortlichen und den Betroffenen“ zu sorgen.
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Politologin: Zukunftsängste als Auslöser der Proteste in Frankreich Zukunftsängste und Perspektivlosigkeit haben aus Sicht von Politikwissenschaftlerin Hélène Miard-Delacroix die Grundlage für den Beginn der Protestwelle in Frankreich gelegt. An den Universitäten zeige sich in den vergangenen Jahren, vor allem seit der Corona-Pandemie, „dass viele Studierende nicht gerüstet sind. Weder für das Studium noch für das Leben“, sagte Miard-Delacroix, Professorin für Zeitgeschichte an der Pariser Universität Sorbonne, am Dienstag der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Angst vor der Zukunft und psychische Probleme sind laut der Historikerin verbreitet.
Seit Wochen gebe es friedliche Demonstrationen von der Schüler- und Studierendenschaft, erläuterte Miard-Delacroix. Auch gegen hohe Lebenserhaltungskosten und Benzinpreise sei am Samstag zum Teil gewerkschaftlich, zum Teil spontan gewaltfrei demonstriert worden. Von den Ausschreitungen, Verwüstungen und Plünderungen solle man diese Proteste „im Grunde prinzipiell unterscheiden“.
Der Politikwissenschaftlerin zufolge traten bei den Ausschreitungen organisierte Gruppen auf, die zerstören wollten. Einerseits habe sich diese Zerstörung aus neo-anarchistischen Kreisen und antikapitalistischen Gruppen gegen Banken und Geschäfte gerichtet. Andererseits sei im Bereich der Kriminalität auch öffentliches Eigentum und Infrastruktur angegriffen worden. Laut Miard-Delacroix löste dies Massengruppendynamiken aus, „wo Menschen dann zu Tätern werden, die sonst rechtschaffen geblieben wären“.
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Festnahme nach Brandstiftung im Rathaus von Limoges Drei Tage nach den landesweiten Ausschreitungen in Frankreich ist ein als linksradikaler Gefährder bekannter Mann im Zusammenhang mit dem Brand des Rathauses von Limoges festgenommen worden. Eine Anti-Terrorismus-Einheit übernahm die Ermittlungen, wie die Nachrichtenagentur AFP am Dienstag aus informierten Kreisen erfuhr. Der 40-Jährige sei wegen Gewalt gegen Amtsträger als Gefährder registriert. Er lebe im benachbarten Département Creuse.
Am Samstag hatten Randalierer am Rande von Demonstrationen gegen hohe Lebenshaltungskosten im südwestfranzösischen Limoges das Rathaus in Brand gesetzt. Der historische Gebäudeteil aus dem 19. Jahrhundert brannte vollständig ab, der Glockenturm stürzte brennend ein. Landesweit und auch international wurde das brennende Rathaus zu einem Sinnbild der Gewalttaten, die sich teils direkt gegen Symbole der Staatsgewalt richteten.
Der konservative Bürgermeister von Limoges, Guillaume Guérin, hatte dem Staat Versagen vorgeworfen. Die Polizei habe „nicht genügend Mittel“ gehabt und sei vor den Randalierern zurückgewichen, erklärte er. Er forderte, dass der Staat das Rathaus wieder aufbauen solle.
Premierminister Sébastien Lecornu sagte staatliche Unterstützung beim Wiederaufbau zu und kündigte für Freitag einen Besuch in Limoges an. Auch andere Bürgermeister, unter anderem aus Paris, Marseille und Lyon, hatten nach den Unruhen das Fehlen von Einsatzkräften und deren mangelnde Vorbereitung angeprangert.
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Mailänder Bischof zu Krawallen: Frustrierte Eltern schlechtes Vorbild Die gewalttätigen Jugend-Proteste in Italien und ganz Europa machen den Mailänder Erzbischof Mario Delpini ratlos. „Ich kann mir diesen Wutausbruch nicht erklären. Ich kann keine Schuld zuweisen oder Schuldige benennen“, sagte er der italienischen Tageszeitung „Avvenire“ (Dienstag).
Er frage sich, „aus welcher virtuellen Welt“ und welcher Gleichgültigkeit ein Verhalten komme, andere anzugreifen - ohne Angst vor den Konsequenzen, so der seit 2017 amtierende Bischof des norditalienischen Erzbistums. Dennoch dürfe man diese Gewalt nicht bloß verurteilen, sondern müsse „eine pädagogische Antwort“ darauf geben, unterstrich Delpini.
Die Finanz- und Modemetropole Mailand erlebt seit Tagen Krawalle vor allem Jugendlicher, darunter viele Minderjährige. Am Dienstag entschied Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni, 500 Soldaten in die lombardische Millionenstadt zu entsenden und Ausgangssperren zu prüfen. Am Montag hatte das Auswärtige Amt Deutsche in Italien dazu aufgerufen, die Demonstrationen weiträumig zu meiden.
Delpini betonte, die Gesellschaft, Ladenbesitzer und Bürger müssten versuchen, sich zu schützen. „Doch wie lassen sich Jugendliche bändigen, die sich nicht bändigen lassen? Die Sicherheitskräfte sind an Regeln gebunden, die diese jugendlichen Randalierer missachten.“ Daher seien rechtlich tragfähige und wirksame Strategien erforderlich.
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Historiker warnt vor Verallgemeinerungen bei Unruhen in Frankreich Die Unruhen in Frankreich haben nach Ansicht von Historiker Matthias Waechter, Leiter eines französischen Hochschulinstituts, verschiedene Ursachen. Den Anfang hätten nach den Sommerferien friedliche Proteste von Oberstufenschülern gemacht, sagte Waechter am Dienstag der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) in Nizza. Dabei sei es unter anderem um einen verbreiteten Mangel an Lehrkräften gegangen und eine schlechte Ausstattung der Schulen.
So habe die Regierung nach den Hitzewellen in dem Land versprochen, Schulen flächendeckend mit Klimaanlagen auszustatten, dieses Versprechen jedoch bald wieder zurückgezogen. Sodann hätten angehende Studentinnen und Studenten gegen die zentrale Studienplatzvergabe über die Plattform Parcoursup protestiert. Immer wieder gingen Abiturienten in dem Vergabeprozess leer aus. Das trage zu einer weit verbreiteten Perspektivlosigkeit unter jungen Menschen bei, so Waechter.
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Schüsse in der Nähe von Paris: „Alle Ressourcen der Sicherheitskräfte und Justiz in vollem Umfang mobilisiert“ Nach Angaben des Bürgermeisters von Trappes schoss ein Mensch aus seinem Fahrzeug heraus. Dem Sender BFMTV sagte Rabeh, der Mann habe offensichtlich wahllos geschossen und ein „Blutbad“ anrichten wollen. Das Todesopfer sei „afrikanischer Herkunft“, ein Verletzter in Lebensgefahr sei zudem „maghrebinischer Herkunft“. Die Stadt wollte eine psychologische Betreuungsstelle einrichten.
Premierminister Sébastien Lecornu bezeichnete den Fall als sehr ernst. Alle Ressourcen der Sicherheitskräfte und der Justiz seien in vollem Umfang mobilisiert, erklärte er im Onlinedienst X .
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Die Stimmung in Frankreich ist derzeit angespannt. Am Wochenende war es am Rande von Demonstrationen gegen hohe Lebenshaltungskosten und Missstände im Bildungssystem zu massiven Ausschreitungen gekommen. Tausende Geschäfte wurden geplündert, Rathäuser und Polizeistationen angegriffen und Gebäude in Brand gesetzt. Als Reaktion darauf wurden in mehreren Großstädten nächtliche Ausgangssperren verhängt.
(fmg)