In Norwegen entsteht derzeit ein Tunnel, der gleich mehrere Rekorde brechen soll. Der Rogfast-Tunnel wird 27 Kilometer lang und soll an seiner tiefsten Stelle 392 Meter unter dem Meeresspiegel liegen. Damit wäre er der längste und tiefste Unterwasser-Straßentunnel der Welt.

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Das Bauwerk entsteht im Südwesten Norwegens und soll die Regionen rund um Stavanger und Haugesund besser miteinander verbinden. Das teilt das Unternehmen Norconsult auf seiner Website mit. Zugleich ist Rogfast Teil eines noch größeren Vorhabens: Die norwegische Küstenstraße E39 soll langfristig ohne Fährverbindungen auskommen.
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Der Name Rogfast leitet sich von „Rogaland fastforbindelse“ ab. Gemeint ist damit eine feste Verbindung in der Region Rogaland. Der Tunnel soll voraussichtlich 2033 fertiggestellt werden. Die Kosten werden laut dem US-Sender CNN mit rund 25 Milliarden norwegischen Kronen angegeben – umgerechnet etwa 2,4 Milliarden US-Dollar.
260 Meter unter dem Meer: Hier entsteht ein Kreisverkehr
Rogfast wird aus zwei getrennten Tunnelröhren bestehen. Jede soll über zwei Fahrspuren verfügen. Eine Besonderheit befindet sich ungefähr in der Mitte der Strecke: Dort ist ein doppelter Kreisverkehr geplant – rund 260 Meter unter dem Meeresspiegel. Von dort aus soll ein Verbindungstunnel zur Insel Kvitsøy führen. Die Kommune gilt als die kleinste Norwegens.
Für den Verkehr auf der Westküste könnte der Tunnel eine deutliche Zeitersparnis bringen. Wie Anne Brit Moen, Projektmanagerin beim Bauunternehmen Skanska, gegenüber CNN mitteilt, soll sich die Reisezeit zwischen Bergen und Stavanger um etwa 40 Minuten verkürzen. Die derzeitigen Fährverbindungen zwischen den Regionen würden dadurch ersetzt.
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Salzwasser-Lecks und enorme Tiefe: Rogfast kämpft mit Hürden beim Bau
Einfach war der Bau bislang nicht. Die Arbeiten begannen bereits im Januar 2018. Ende 2019 wurden sie jedoch wegen erwarteter Kostensteigerungen unterbrochen. Verträge wurden gekündigt und das Projekt neu organisiert. Ende 2021 wurden die Bauarbeiten wieder aufgenommen.
Vor allem die enorme Tiefe stellt die Ingenieure vor Herausforderungen. Der nördliche Abschnitt, den Skanska baut, ist neun Kilometer lang und soll bis zu 392 Meter unter die Meeresoberfläche führen.

„Die größte Herausforderung bestand bisher darin, geeignete Verpressmethoden zu finden, um das Gestein abzudichten“, sagte Moen laut CNN. „Wir befinden uns jetzt 300 Meter unter dem Meeresspiegel und hatten bereits erhebliche Salzwasserlecks im Tunnelsystem. Da wir bis auf 392 Meter unter den Meeresspiegel vordringen, konzentrieren wir uns darauf, die besten Methoden zu finden, um sichere und effiziente Arbeitsbedingungen für alle Beteiligten zu gewährleisten.“
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Rogfast ist Teil eines gewaltigen Infrastrukturprojekts entlang der norwegischen Westküste. Die E39 erstreckt sich über rund 1100 Kilometer von Trondheim im Norden bis Kristiansand im Süden. Wer die gesamte Strecke fährt, benötigt derzeit rund 21 Stunden und muss dabei sieben Fähren nutzen. Norwegen will die Straße langfristig mit Tunneln und Brücken so ausbauen, dass die Fährverbindungen entfallen. Die Reisezeit soll sich dadurch ungefähr halbieren. Mit einer vollständigen Umsetzung wird allerdings nicht vor 2050 gerechnet.
Für Rogfast bedeutet die Lage unter dem Meer besondere Anforderungen an die Sicherheit. Unter anderem soll ein Längslüftungssystem mit Strahlventilatoren die Luft im Tunnel zirkulieren lassen. Zusätzlich ist eine Schachtlüftung vorgesehen, die bis nach Kvitsøy reicht.
Kameras und Radar sollen außerdem den Verkehr überwachen. Ein Warnsystem soll in Echtzeit auf Zwischenfälle wie Pannen oder Staus aufmerksam machen.

Rekord bei der Tiefe: Rogfast übertrifft bekannte Tunnel
Rogfast wird zwar der längste und tiefste Unterwasser-Straßentunnel der Welt sein. Den Rekord für den längsten Tunnel mit einem Unterwasserabschnitt wird das Bauwerk dagegen nicht übernehmen. Der japanische Seikan-Tunnel ist insgesamt 53,85 Kilometer lang, davon verlaufen 23,3 Kilometer unter Wasser. Er wird ausschließlich von Zügen genutzt.
Auch der Eurotunnel zwischen Frankreich und Großbritannien ist mit 50,46 Kilometern insgesamt deutlich länger als Rogfast. Sein Unterwasserabschnitt ist sogar 37,9 Kilometer lang.
Beim Rekord in der Tiefe sieht es anders aus: Der Meeresboden des Seikan-Tunnels liegt maximal rund 240 Meter unter dem Meeresspiegel, beim Eurotunnel sind es etwa 115 Meter. Rogfast soll dagegen bis zu 392 Meter tief reichen.








